Drei Kurzfilmkritiken

Um wenigstens einen Neujahrsvorsatz einzuhalten muss ich noch unbedingt das Kinokritik-Regal auf den neusten Stand bringen. Drei Filme sind da nämlich noch gar nicht drin. Merkwürdigerweise sind das alles welche, die ich als nicht so herausragend empfunden habe – deshalb mach ichs kurz:

Michael Clayton

Hier erinnere ich mich sogar viel mehr an die Umstände, unter denen ich den Film gesehen habe, als an den Film selbst. Es ging um irgendeinen verlotterten Anwalt (George Clooney) der was mit einer Frau (Tilda Swinton) zu tun hat, die nachher ordentlich auf die Nase fällt. Das war nicht wirklich spannend oder aufwühlend – wohl ein Grund dafür, dass ich den Rest vergessen habe.

Der Hauptgrund wird aber sein, dass mir den ganzen Film über so schrecklich kalt war. Zusammen mit Roman und Christoph saß ich nämlich im Freiluftkino in Berlin Friedrichshain. Sehr schön da, wirklich! Aber eben auch sehr kalt. Frierend knabberten wir an hartem türkischen Gebäck.

Die Schwester der Königin

DER war wiederum sehr spannend! Und mit Scarlett Johansson UND Natalie Portman! Die beiden haben toll gespielt und toll ausgesehen und dem Zuschauer einmal mehr bewusst gemacht, wie schwer es die Frauen im Mittelalter hatten. Die männliche Hauptrolle empfand ich mit Eric Bana als irgendwie zu schwach besetzt, wahrscheinlich wirkt aber fast jeder neben diesen beiden grandiosen Schauspielerinnen ziemlich blass.

Achja, worum geht’s? Im 16. Jahrhundert kämpfen zwei Schwestern um die Zuneigung des englischen Königs Heinrich VIII. und gehen dabei ziemlich intrigant vor. Am Ende stirbt jemand. Oder alle? Habe ich vergessen.

Dir Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia

Nachdem ich den ersten Teil nur auf DVD gesehen hatte, nahm ich mir vor, die beiden restlichen Teile der Trilogie im Kino zu sehen. Das lohnt sich auch ob spektakulärer Naturaufnahmen und schöner animierter Fabelwesen. Was mich am meisten an den Verfilmungen beeindruckt, sind die wunderbaren Jungschauspieler, die man alle so schnell liebgewinnt.

Dieser Teil hatte für mein Gefühl allerdings ein paar Schlachten zu viel. Trotzdem werde ich auch den dritten wieder auf einer großen Leinwand sehen – und wenn es nur ist, um sagen zu können, dass ich doch mal eine komplette Trilogie gesehen habe.

15 Kommentare

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  1. Michael Clayton hab ich bei der Viennale (Das Wiener Filmfestival) gesehen und fand ihn auch schwach, mit Ausnahme von Tilda Swinton, die hat toll gespielt. Die beiden anderen hab ich nicht gesehen, was mir bei Narnia aber auch nicht Leid tut (hab den ersten Teil gesehen, nicht mein fall!). Ein must-see ist sicher “I’m not there” den ich auch besagtem Festival gesehen habe, zusammen mit Paranoid Park (ein toll photographierter film von Gus Van Sant – Elephant, Last Days – ..). Am 17. 10 geht’s wieder los!

  2. Eva sagt:

    I’m Not There war nichts für mich – was daran liegen mag, dass ich mich mit Bob Dylan überhaupt nicht auskenne. Für Fans war das sicher ein Anspielungsmekka, und dann die tollen Darsteller! Wir haben ihn jedoch abgebrochen.

  3. Christoph sagt:

    I’m Not There fand ich ich auch nicht so großartig, weil er sich mir einfach nicht erschloss. Zwar großartig besetzt, aber dennoch nicht so gut, wie ich ihn mir vielleicht “erwartet” hätte.
    Das Kino in Berlin war wirklich sehr sehr schön. All die Lichter, da war es nicht so schlimm, dass der Film nicht so besonders war (ich hab ihn auch nach dem zweiten Mal gucken zum Großteil wieder vergessen).
    Allerdings warte ich immer noch auf eine Filmkritik zu Across The Universe, Eva. (; Den Film habe ich nämlich heute günstig erstanden.
    Ansonsten: Baader-Meinhof-Komplex ist rein wegen der Besetzung wirklich sehenswert (trotz all der Schießereien).

  4. Eva sagt:

    Ahh, Across The Universe, ja, der war toll – aber das war ja auch letztes Jahr und mit ein Grund für meinen Vorsatz, wie du im oben verlinkten Artikel lesen kannst. Aber wenn wir uns demnächst mal wieder treffen, würde ich ihn liebend gern noch einmal anschauen!

  5. das wirds wohl sein, Eva. Ich hab mich privat und im Zuge eines Referates ziemlich intensiv mit Dylan beschäftigt und ich dachte mir auch oft, während des Films: “Da spielt der Regisseur jetzt auf ein bestimmtes interview an, dass nur leute kennen können, die sich mit Dylan beschäftigt haben und die die verschiedenen Phasen ein bisschen nachvollziehen können”. Ich fand ihn toll, vor allem wegen Cate Blanchett und Heath und weil ich nach dem Film noch einem Publikumsgespräch mit Todd Haynes (Regisseur) beiwohnen durfte…Baader-Meinhof-Komplex interessiert mich auch, Martina Gedeck ist toll und Bleibtreu mag ich eigentlich auch…

  6. Roman sagt:

    Bei ‘Burn after reading’ fragt man sich beim Abspann, was eigentlich nach dem Vorspann geschehen ist.

  7. das/s-Fehler! das ist mir peinlich….

  8. jensjetzt sagt:

    hallo eva,

    danke für den tipp “Die Schwester der Königin” – den werde ich mir bestimmt ausleihen. ich war & bin großer fan des ersten “elisabeth”-filmes – ich mag kostümschinken ;-).

    ein film, den ich dir empfehlen möchte: ” Das große Rennen von Belleville” – ein wunderbarer französischer trickfilm (für erwachsene) fast ohne text, dafür mit wahnsinnigen bildern und süßem soundtrack.

    grüße aus berlin friedrichshain ;-)

  9. DieKatze sagt:

    komisch wir sind uns mal wieder unglaublich uneins:-)
    der stärkste von den dreien war für mich michael clayton.
    Narnia war eine herbe Enttäuschung, die Kinder waren nett, und Weta workshops hat wieder super Tiere gezaubert aber sonst.
    Mein persönlicher Tipp für dich ” Alles ist erleuchtet” sehr, sehr schöner Film.

  10. Eva sagt:

    Und da geht es gleich weiter mit der Uneinigkeit.. “Alles ist erleuchtet” hat mir gar nicht gefallen. Das Buch hatte ich auch schon frühzeitig beendet. Soll ich es jetzt versuchen, indem ich dir einen Film empfehle, den ich blöd fand? (;

  11. Eva sagt:

    Plötzlich Prinzessin 2! Der schlechteste Film, den ich je in einem Kino gesehen habe.

  12. alles ist erleuchtet hab ich einmal angelesen, die deutsche übersetzung des “broken english” des protagonisten geht ja wohl gar nicht….schrecklich zu lesen. vielleicht versuch ichs noch mal, besser wärs wahrscheinlich im original. den film kenne ich nicht. Schlechtester Kinofilm weiß ich jetzt nicht, aber der mit Abstand überschätzteste Film aller Zeiten ist American Beauty….gut der oscar relativiert sich wenn man die anderen nomierungen ansieht aber trotzdem..findet den jemand gut? wenn ja, warum?

  13. DieKatze sagt:

    Oha ja “Alles ist erleuchtet” bitte in englisch gucken.
    Schlechtester Film: BORAT
    Eva wir werden uns nie einig :-D

  14. mais oui sagt:

    Oh ja, cool, Filmdiskussion!
    Ich will eigentlich nur einwenden, dass man, um I’m Not There zu lieben nicht Dylan-Fan sein muss. Ehrlich gesagt habe ich von ihm keine Ahnung (gehabt), vor dem Film.(Ich kannte die Musik, mochte sie aber eigentlich immer erst dann, wenn sie gecovert wurde…) Danach vielleicht schon eher ein Bild einer Persönlichkeit…
    Alleine die Art der Narration ist ein Traum. Die Kameraarbeit… Die Mise-en-scene… Ach ja, und zu guter letzt die Schauspieler.
    Die sind im übrigen meiner Ansicht nach auch das beste an einem anderen Film, der hier schon erwähnt wurde: Der Baader-Meinhof-Komplex. Aber leider reichen Stipe Ergec und Jan Josef Liefers dann doch nicht, obwohl sie zu meinen absoluten Lieblingen zählen. Der Film bleibt irgendwie sinnlos, kein wirklich neuer Zugang zum Themenkomplex RAF , und wie bitteschön soll der Film mit dem Mythos aufräumen (wie der Spiegel titelte), wenn genau das altbekannte Bild von BaaderMeinhofEnsslin nochmal aufbereitet wird?

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