In Antwerpen spricht man Niederländisch.
85 Prozent des gesamten Diamanthandels der Welt spielen sich in Antwerpen ab. Und wo Diamanten sind, da sind auch Juden. Insbesondere die orthodoxen Juden mit ihren Schläfenlocken, den breiten Hüten und langen Mänteln prägen das Bild der Stadt. Das spornt an, mehr über das Judentum zu lernen, über ihre Brauchtümer und die Bedeutung der verschiedenen Zeichen und Kleidungsstücke.
Ein jüdisches Museum haben wir so schnell nicht gefunden, dafür aber das Diamantmuseum. Dort ist es etwas durcheinander und sicher nicht ganz objektiv – unter den Sponsoren finden sich zahlreiche Diamantverbände und –firmen. Trotzdem ist es interessant und lehrreich und deshalb einen Besuch wert.
Ein weiteres Museum ist das Modemuseum gleich neben der weltberühmten Antwerpener Fashion School. Ich bin mit den falschen Erwartungen dort angekommen, denn als Besucher erfährt man keineswegs etwas über Geschichte, Funktion oder Intention von Mode. Nein, ausgestellt werden jeweils die Kollektionen eines bestimmten Designers, aus verschiedenen Jahren und Jahreszeiten. Trotzdem macht das Spaß, weil die Ausstellungen abwechslungsreich gestaltet sind und man sich die ganze Zeit darüber austauschen kann, welches Outfit das schönste ist – wie beim Blättern in der InStyle.
Übrigens kommen in den vielen Museen alle, die jünger als 26 sind, in den Genuss der landesweiten Aktion „1 Euro Museum“ und müssen nur einen Euro Eintritt zahlen.
Ein kulinarischer Top-Tipp ist das, nein, sind die Restaurants „Da Giovanni“ am Grote Markt. Man erkennt es an den rot-weiß karierten Tischdecken auf den unzähligen Tischen auf der Straße. Es gibt dort grandiose Kräuterbutter und leckere Pizza. Das Beste: Schüler und Studenten bekommen 20 Prozent Rabatt – also Ausweis nicht vergessen! Ich habe dort seit langem zum ersten Mal eine Olive probiert.

Modefans sollten sich nach dem Essen mal im Quartier Latin rund um die Huidevetterstraat umsehen: Dort laufen alle stylischen Antwerpener herum und es gibt einige gute Geschäfte.
Bei gutem Wetter kann man den Tag im Stadtpark ausklingen lassen. Am Sabbat haben wir dort viele fröhliche, schick angezogene jüdische Familien gesehen – und zahme Kaninchen, die überraschend hoch springen können. Was klingt wie bei den Teletubbies macht großen Spaß und die Atmosphäre dieser Stadt vollkommen.
Vorsatz für den nächsten Besuch: einmal koscher essen gehen.




Toll, jetzt konntest Du mir schon den Shopping-Tipp geben, zumindest hoffe ich einmal, dass ich etwa Geld im Quartier Latin lassen kann. Oder?
Morgen ist es auch schon so weit . Bin gespannt!
Oh, toll, ich wünsch dir viel Spaß! Auf der Haupteinkaufsstraße, “Meir”, gibt es seit kurzem sogar Urban Outfitters. Aber deshalb bloß nicht die anderen Straßen drumrum auslassen.. (;
Ok, ich lese es zwar erst jetzt, aber sind auch so daran vorbei gelaufen. Leider gab es die schöne blaue Hose nicht mehr in meiner Größe, pahi! Aber gerade als Frau kann man da ja echt arm werden …
Hi Eva, ich fahre im September nach Antwerpen und würde mal gerne wissen, wie man an diese 1Euro-Aktion kommt. Das wäre spitze, wenn die immer noch wäre.
Hi Diana, das ist ja toll, dass du nach Antwerpen fährst, viel Spaß! Um an der 1-Euro-Aktion teilzunehmen, musst du gar nichts machen – nur sagen, dass du unter 26 bist. Du zahlst dann automatisch nur den symbolischen Preis. Gute Reise!
Weißt du denn, welche Museen da noch mitmachen?
Hier müsstest du fündig werden: http://www.1euromuseum.be.