Archiv für August, 2008

Haare auf den Zähnen

Dies mit einem herzlichen Gruß an Kathrin, der ich meine Haare inzwischen seit einer halben Ewigkeit anvertrauen kann: Warum ich so gern zum Friseur gehe.

  1. Man wird schön gemacht.
  2. Mit Pony darf man ganz oft umsonst zum Friseur.
  3. Instyle lesen! Das ist die optimale Friseurzeitschrift: wenig Text, viele Bilder. Das bedeutet, dass man sie schon nach einer Runde Spitzenschneiden durchgelesen hat und ohne Unterbrechung des Leseflusses das Heft und/oder den Kopf höher und tiefer halten kann, wenn die Friseurin das will. Gemeinsam mit ihr kann man dann aufwendige Roter-Teppich-Frisuren analysieren und auf jeder Seite das schönste Kleid aussuchen.
  4. Kathrin bestätigt mir, dass meine Haarfarbe nicht “orange” heißt und auch nicht “rot”, sondern “rotgold”.
  5. Wir planen meine Frisur für den Abiball.
  6. Man kriegt Haarspangen geschenkt.
  7. Und Proben von Volumenspray, das nach Weintrauben duftet.
  8. Die Dauerwellenomis erzählen immer so lustige Sachen, wenn sie unter der Trockenhaube sitzen.
  9. Wenn ich nur zum Ponyschneiden da bin, darf ich nachher noch dableiben, bis ich InStyle durchgelesen habe.
  10. Ponyschneiden ist auch die einzige Möglichkeit, bei der man sich über Haare auf den Zähnen beschweren kann, ohne schief angeschaut zu werden.
  11. Anschließend fühlt man sich meistens toll – außer man hat eine ganz neue Frisur bekommen, dann setzt dieses Gefühl hoffentlich nach ein paar Stunden ein.

Sportartentest (4): Boote

Mit dem Stepptanz ist es vorbei, deswegen suche ich nach einer neuen Sportart. Nichts leichter als das, sollte man denken, es gibt doch unzählige! Aber da die richtige zu finden ist gar nicht so einfach.

Kanufahren wollte ich seit Pocahontas vor über zehn Jahren diesen riesigen Wasserfall im Kanu heruntergeflogen ist. Das sah so mutig aus, so elegant – und so leicht!

Und dann haben Roman und ich das Kanu ausgeliehen und mit ihm diese wirklich tollen Schwimmwesten, die uns hervorragend stehen. Und dann noch die Paddel. Mein Paddel fand ich nicht so toll, weil es ziemlich schnell ziemlich schwer wurde. Wir hatten vernünftig gedacht und beschlossen, die Mosel zuerst heraufzufahren, um uns dann sanft von der Strömung zurück tragen zu lassen.

Aber Donnerwetter, ging das in die Arme! Ehrlich gesagt habe ich das Paddeln sehr bald Roman überlassen, der ein Meister darin ist, wie sich schnell herausstellte. Blasen hatte ich zu meinem großen Entsetzen nachher trotzdem an den Fingern.

Während Roman uns also durch die wilden Moselgewässer paddelte, winkte ich Lastkähnen zu und beschwerte mich über die Motorboote, deren Bugwellen uns regelmäßig ans Ufer spülten und mitunter sogar richtig durchnässten. Das gehört wohl zum Kanufahren dazu? Hat mich aber überrascht, schließlich ist Pocahontas NIE nass geworden. Zumindest sah sie nie so aus.

Das schlimmste war die Erkenntnis, als wir uns auf den Rückweg machen wollten: Die Strömung trägt einen keineswegs von selbst wieder zurück. Roman musste weiterpaddeln.

Ein Boot, das mir besser gefallen hat als das Kanu, war das simple, aber romantische Ruderboot. Auch Rudern geht in die Arme, aber auf eine angenehmere Art und Weise. Zusätzlich strengt es noch Bein- und Rückenmuskulatur an. Nach einer Tour quer über den See kann man so vom anderen Ufer aus nicht nur sehen, sondern auch fühlen, was man getan hat. Und wenn man schon mal am anderen Ufer angekommen ist, kann man dort auch gleich gemütlich picknicken. Ruderboote sind also eine herrliche Ausflugsmöglichkeit.

Meiner Meinung – und nun auch Erfahrung! – nach birgt der Bootssport allerdings einige nicht zu unterschätzende Nachteile: Sobald der Sommer vorbei ist, fängt es erst an zu regnen und dann womöglich auch noch zu frieren, was jegliches in See Stechen unmöglich macht. Und überhaupt die Seen: In meiner näheren Umgebung gibt es gerade mal einen richtigen Rudersee – wie viele Ausflüge braucht es schon, bis der langweilig wird?

In Amerika wäre das freilich etwas anderes. Der Pocahontas-Wasserfall wird einem bestimmt nie langweilig. Doch solange ich in Deutschland bin, geht das Testen weiter.

Wir trafen uns in einem Garten

Ich wollte unbedingt die Blumen einfangen, bevor sie schon wieder verschwinden. Das war mein Abschied von den Ferien, vom Sommer. Oh er ist so schnell vergangen, ich war nichtmal sicher, ob er überhaupt je voll da war.

(Das mit der Qualität hab ich inzwischen einigermaßen raus. Künftige Videos also nur noch in 16:9 und nicht mehr so verpixelt. Wer sich aber mit der Canon HV20 oder Premiere Elements oder irgendetwas anderem auskennt – immer gern melden!)

Krawattenfrage gesucht

Ein Freund meines Vaters hat mal eine Geschäftsreise gemacht. Am Bahnhof nutzte er die Wartezeit aus, um SMS zu schreiben. Dann fuhr der Zug ein und er musste noch eine Nachricht zu Ende tippen. Mit gesenktem Kopf wurschtelte er sich zur Waggontür durch und nahm die vielen Herren im schwarzen Anzug, die auf einmal überall um ihn herum auftauchten, kaum wahr. Er setzte sich in sein Abteil und brauchte noch ein, zwei Minuten, ehe er die SMS beendet hatte. Dann blickte er auf und sah ihm gegenüber plötzlich zwei von den schwarzen Männern sitzen – und zwischen ihnen Gerhard Schröder.

Der war damals noch Kanzler. Nachdem der Freund meines Vaters sich gefangen hatte – dazu brauchte er ein paar Sekunden – stellt er ihm folgende Frage: “Herr Kanzler, was ich schon immer einmal wissen wollte: Woher bekommen Sie diese grandiosen Krawatten?”

Das ist eine tolle Frage. Sie hat diesen vielinterviewten Mann überrascht, sie war außergewöhnlich, nicht zu tiefgründig und hat ihn kurz nachdenken lassen.

Ich habe ein wenig Angst davor, einmal in eine ähnliche Situation zu kommen. Wenn ich jemanden Berühmtes oder Spannendes oder einfach jemand Neues treffe, dann möchte ich doch die Chance nutzen ihm auch eine solche Frage zu stellen. Aber für den Fall, dass mir spontan keine einfällt, muss ich eine in petto haben. Eine Krawattenfrage – nur eben ohne die Krawatten, etwas universeller, damit sie auch auf Frauen und Menschen mit offenem Kragen passt. Helft mir: Habt ihr Ideen für die ultimative Frage? Ich freue mich auf viele Fragezeichen in den Kommentaren.

Schröder hat damals übrigens geantwortet: “Das weiß ich gar nicht, meine Frau kauft die immer.” Und dann hat er dem Freund meines Vaters ihre Telefonnummer gegeben.

Auto(scooter) fahren

Wenn ich das morgen erzähle, wird es mir niemand glauben, aber: Ich hatte heute meine erste Fahrstunde – bei Papa! Er rief mich an und sagte, “Eva, ich weiß jetzt einen Platz, wo wir das machen können”, und dann gings los. Auf einem großen Firmenparkplatz bin ich, nachdem das mit dem Zündschlüssel endlich geklappt hatte, zuerst einmal immer Geraden gefahren. Dann haben wir am Ende des Geländes die Plätze getauscht, Papa hat das Auto schnell gedreht, und wieder von vorne. Am Anfang fühlte es sich zugegebenermaßen eher an wie ein Autoscooter als ein richtiger Wagen, und Papa griff ab und zu leise zur Handbremse. Die hat er aber nie gebraucht. Und dann hatte ich den Dreh raus, und von da an hieß es nicht mehr “Geraden fahren”, sondern: “Achten fahren!”

Mehr zum Thema bald hier.