Susanne aus meiner Stepptanzgruppe ist schon ziemlich erwachsen, von außen zumindest, sie hat sogar zwei Kinder, und die wird sie wohl niemals niemals zwingen, zur Musikschule zu gehen. Als Kind musste Susanne nämlich Blockflöte lernen, ausgerechnet. Ihre Mutter war sehr streng, was die Blockflöte anbelangt, Susanne musste üben, üben, üben und natürlich auch immer zum Unterricht gehen. Ich glaube, sie war ziemlich unterfordert mit ihrem Instrument. Deshalb machte sie in all der Übungszeit auf ihrem Zimmer gewisse Experimente.
Dann kam es so, dass ein Musikschulkonzert stattfand, bei dem Susannes Blockflötengruppe vor allen Eltern spielen musste. Natürlich war auch Susannes Mutter da und die guckte die ganze Zeit ganz streng darauf, dass Susanne auch alles richtig spielte. Dann kam das eine Lied. Die unterforderte Susanne benutzte statt dem Mund nun die Nase. Sie spielte das ganze Lied, ganz perfekt, ohne einen falschen Ton. Mit der Nase. Das hatte sie sehr intensiv geübt und sie war entsprechend stolz darauf.
Ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter. Entsetzt starrte die ihre Tochter an und strich wütend mit dem Zeigefinger an ihrer Kehle entlang – Kopf ab.
Den Kopf hat Susanne noch, aber es gab ordentlich Ärger. Dafür kann sie jetzt Nasenflöte spielen, auf eine Art, die nur sie ihren Kindern beibringen kann. Dann könnten Sie ja mal ein Konzert für die Oma geben.


Kennt ihr die Zuckerpuppe
aus der Stepptanztruppe,
von der ganz Marokko spricht?
Die kleine süße Biene
mit der Tüllgardine vor dem Babydollgesicht?
Susanne, Susanne heißt die kleine Maus
heißt die Zuckerpuppe
aus der Stepptanztruppe,
und genau so sieht sie aus.