„Warum tut der Kongress nichts?“
- „Zum Großteil aus Tradition.“
Amerika lernt in den letzten Jahren allmählich über sich selbst zu lachen. Ein neues Beispiel dafür ist “Der Krieg des Charlie Wilson”. Dieser Film dröhnt zwar nicht so vor satirischen Inhalten wie zum Beispiel “Thank You for Smoking”, er ist eine leise Satire – die wohl kaum einer gehört hätte, würden es nicht gleich bei jedermann klingeln, wenn er die Namen der drei Hauptdarsteller hört.
Da wäre zum Beispiel Tom Hanks, der jetzt dicker ist und politischer. Er spielt Charlie Wilson, einen texanischen Abgeordneten, in den 80er Jahren – das ist mal eine ganz andere Rolle, mit den alten Gesichtsausdrücken, aber dafür einer neuen deutschen Synchronstimme. Seine Politikerstimme?
Dann wäre da noch der im letzten Jahr mit einem Oscar ausgezeichnete (und für diesen Film schon wieder nominierte) Philip Seymour Hoffman. Nur ein Schauspieler, der es aushält, hässlich zu sein, ist ein richtiger Schauspieler – Hoffman ist der König dieser Disziplin. Seine Rolle ist die des rüden CIA-Agenten Gust Avrakotos.
Fehlt noch die Frau: Julia Roberts spielt, mit grässlicher Frisur, Joanne Herring, die “sechstreichste Frau in Texas”. Als diese hat sie zwei großartige Hunde und kämpft mit viel Charme für das Wohl Afghanistans. Weiß sie um ihren merkwürdigen Haarschnitt? Dann darf sie die 102 Minuten neben Hoffman auf dem Thron sitzen.
Die wahre Begebenheit, auf der dieser Film beruht, ist de facto die größte Geheimoperation der amerikanischen Geschichte: Gemeinsam versammeln die drei Hauptdarsteller jede Menge wichtiger Leute und kratzen einen Haufen Geld zusammen, um die Afghanen für den Kampf gegen Russland auszurüsten. Im Verdeckten eröffnet Wilson so einen großen Krieg – den die Afghanen gewinnen. Gleichzeitig entsteht damit jedoch eine Basis für die erbittertsten Feinde, die die USA heute haben.
Ja ja, das ist wieder eine von diesen Geschichten, die wirklich nur in Amerika passieren können. Aber die sind es dann auch wert verfilmt zu werden. “Der Krieg des Charlie Wilson” macht endlich einmal bewusst, dass es außer dem amerikanischen Präsidenten und seinen Außen- und Verteidigungsministern, außer Arnold Schwarzenegger und dem Bürgermeister von New York, noch andere Politiker in den USA gibt.
Dabei erspart Regisseur Mike Nichols (“Die Reifeprüfung”) dem Zuschauer komplizierte politische Verwicklungen, die man irgendwann nicht mehr versteht, wirkt aber mitunter oberflächlich. Muss das eine automatisch das andere bedeuten?
Wenig oberflächlich sind hingegen die Charakterisierungen. Wilson selbst erscheint vordergründig als whiskysüchtiger Lebemann. Schnell erfährt der Zuschauer jedoch, dass der Abgeordnete auch ein Leben abseits von Poolpartys hat und der Grund für sein Engagement tatsächlich tiefe Betroffenheit ist.
Ersteres bietet aber die Möglichkeit für herrlich lustige Szenen, wie die in Wilsons Büro: Er bekommt Besuch von Avrakotos, der ihm sogar eine Flasche Whisky mitbringt. Wegen dringender “Pussy Pressen”, wie er Konferenzen mit seinen durchweg jung-hübschen Assistentinnen nennt, muss er den Agenten ständig aus dem Büro schicken und wieder hereinholen. Erst nach drei Mal rein-raus eröffnet ihm Avrakotos, dass er ihn die ganze Zeit abgehört hat – ausgerechnet mit einer Whiskyflasche. An dieser Stelle lacht wahrscheinlich ganz Amerika.




Ich empfand den Film als typisch amerikanisch-selbstgerecht.
Leider kann ich mir derzeit gar keine Filme ansehen, da ich zu sehr mit meinem Umzug beschäftigt bin. Aber “I’m Not There” möchte ich mir auf jeden Fall ansehen, vor allem wegen Cate Blanchett als Dylan. (Oh, und ich sehe gerade, dass Charlotte Gainsbourg auch mitspielt, toll.)
“Der Krieg des Charlie Wilson” ist jetzt kein Film, den ich mir unbedingt ansehen möchte – um diesen Beitrag noch dem eigentlichen Thema anzupassen.
Und Heath Ledger spielte auch mit! In der Charlotte Gainsbourg-Episode sogar! Ich freue mich auch schon sehr.
So, hab jetzt “I’m Not There” gesehen. Ein feiner Film, ja, sehr, hat mir gut gefallen. Cate Blanchett war tatsächlich große Klasse. Und wie sich Heath Ledger anfangs präsentiert hat im Film… ich hab mich fast geschämt, unter diesen Umständen… ein hübscher Kerl war er, sage ich nur.
1. Warum kann das ZDF sowas nicht schon um 20:15 Uhr zeigen. Heeeeeerje…
2. Tom Hanks hat eine andere deutsche Stimme? Sowas mag ich ja eigentlich überhaupt nicht. Besonders im 3. Teil von “Der Pate” hat es mich unglaublich(!) genervt, dass Al Pacino eine andere Stimme hatte.
ABER !
3. Ich werde den Film auf jeden Fall aufnehmen
UND!
4. Schön geschrieben, liebe Eva :)
22:30 ist das neue 20:15! :)