Roma pot-pourri

“Impulsive Menschen kennen keine Grenzen
Schmeiß die Möbel aus dem Fenster
wir brauchen Platz zum Dancen
Yippie Yippie Yeah Yippie Yeah
Krawall und Remmidemmi”
Deichkind

Diese Reise hatte alles, was eine gute Klassenfahrt braucht: Super Wetter, eine brodelnde Gerüchteküche und kleine Skandale, angeschwipste Lehrer, abendliche Partys in Diskos oder auf der Veranda. Und wir haben auch noch was gelernt!

Am ersten Tag erkundeten wir in einer herrlichen Gruppe das centro storico, ohne zu wissen, dass es sich dabei um DAS römische In-Viertel handelt. In den geheimnisvollen Seitengassen, in denen an von Haus zu Haus gespannten Leinen Fotos junger Künstler hängen oder offene Werkstatthintertüren einen verstohlenen Blick erlauben, finden sich zahlreiche kultige Secondhand-Shops. Da macht das Stöbern Spaß, das Kaufen allerdings weniger – es ist ziemlich teuer.

Als wir so alle im Kolosseum standen, konnte ich mir sehr lebhaft vorstellen, wie tausende Menschen von den Rängen aus jubelten, wenn Menschen mit Menschen – oder Tieren – auf Leben und Tod kämpften. Auf dem Forum Romanum verteilte unsere Führerin „die allerbeste Mückenstichsalbe“.

Ganz andere Pizza. Wirklich gute Pizza.

So viele, auch wichtige, ewig alte Schätze liegen noch unter der Erde – für die Ausgrabungen fehlt das Geld. Schon jetzt müssen auf den vielen Ausgrabungsstätten, die doch überall in der Stadt zu sehen sind, römische Studenten umsonst arbeiten. Man bekam das Gefühl, die Römer sind überfordert mit dieser Flut historischer Kostbarkeiten.

Eine Audienz beim Papst, mit 15 000 Leuten. Wir sind so laut, dass wir mehrmals auf den großen Leinwänden eingeblendet werden.

Einige Male werden wir fotografiert und gefragt, wo man unsere tollen Poloshirts kaufen könne. Nach langer Diskussion hatten wir uns für braune Hemden entschieden, auf denen hinten eine Zeichnung zu sehen ist, die den Papst E-Bass spielend zeigt.

Tag und Nacht

Diese Abende, an denen wir in kleinen Grüppchen mit Getränken, Süßigkeiten und zweitklassigen Zeitschriften auf den Verandas vor unseren Appartements saßen und die neuesten Gerüchte diskutierten.

Wir haben so viele Kirchen gesehen. Am enttäuschendsten war die Sixtinische Kapelle, weil es eine Stunde dauerte, bis man sie durch die verschiedenen Ausstellungsräume der Vatikanischen Museen erreicht hatte (und wir sind gejoggt!). Außerdem ist das berühmte Bild von Michelangelo nur so groß wie mein Schreibtisch. Besonders beeindruckend fand ich das Pantheon in seiner perfekten Rundheit und mit der ins Dach integrierten Sonnenuhr.

Die Souvenirjagd im wunderschönen Castel Gandolfo, dem Sommersitz des Papstes.

Ich mag die Bäume, die plötzlich und in Gruppen mitten in der Stadt auftauchen. Ansonsten ist es in und um Rom nämlich sehr, sehr trocken, aber diese Pflanzen bestechen durch ihr strahlendes Grün. Ihre knochigen Stämme und breiten, flachen Kronen erinnern an Savannenbäume.

Das Außenstudio von MTV, in dem die Jugendlichen Tokio Hotels „Durch den Monsun“ auf italienisch mitsingen.

Im Tageslicht sieht es hier so unspektakulär aus

An einem Abend kommen wir zu spät zum vereinbarten Treffen an der Spanischen Treppe. Die „Humba“, die die Stufe da gerade anstimmt, hören wir deshalb schon am anderen Ende der Straße.

Es hat so viel Poesie und Euphorie und Glück, als Linda, Anna und Meike einfach in voller Montur ins Meer stürmen, sich von den Wellen hin und her werfen lassen und vor Freude schreien. Auch noch, als Meike den klatschnassen 20-Euro-Schein in ihrer Hosentasche findet.

Hat Steffi eigentlich noch versucht, ob sie wirklich bleibt, wo sie ist, wenn sie in den überfüllten U-Bahnen einfach mal die Knie zur Brust hochzieht?

Mit Jonas in der Hängematte liegen, mitten in der Nacht, und trotz der lauten Hip Hop-Musik gemeinsam philosophieren über Gemein- und Freundschaft.

8 Kommentare

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  1. Spooky Cookie sagt:

    Ist ja ein Zufall. Ich war auch vor 2 Wochen auf Kursfahrt in Rom.
    Die Pizza war in der Tat lecker, ansonsten hat mir Rom aber nicht sehr gefallen. Italien ist einfach nicht mein Ding, glaube ich. Zu warm, zu alt, zu dreckig.
    Warum hattet ihr denn überhaupt solche braunen Poloshirts? o.O
    Kirchen haben wir auch massig gesehen und ich finde du hast Recht, was die Sixtinische Kapelle angeht. Das Pantheon war aber wirklich schön, und der Trevi Brunnen auch. Das Spannenste, was uns passiert ist, ist ein Portemonnaie-Klau um 12 Uhr nachts. Wie seid ihr hingekommen? Wir mussten 20 Stunden Bus fahren xP

  2. Helenchen sagt:

    ahhh michelangelo for ever!!! es kommt nicht auf die größe an eva!! der war einfach toll der kerl. sag mal hast du auch die anderen tollen bilder bemerkt sie da sind?? schön ist das. aber darüber haben wir uns ja schon gestritten :-)

  3. jensjetzt sagt:

    schönes zitat, hier das video dazu! remmi demmi im wahrsten sinne des wortes LIVE http://www.youtube.com/watch?v=iT3sLzQqzF0

    ach ja – schöne bilder von und über rom – bildlich und textlich.

    gruß jens

  4. Eva sagt:

    Hej, also wir haben sogar 22 Stunden gebraucht – mit einem vollbesetztem Doppeldeckerbus. Und die Shirts, sprichst du da auf das Braun an oder auf Shirts im Allgemeinen? Braun ergab sich so, weil es nunmal “stylish” ist. Dass wir damit die “braunen Deutschen” sind, fiel uns auch erst in Italien auf, hat aber scheinbar niemanden gestört. Das Gemeinschaftsgefühl hat es aber gestärkt, noch dazu hat man immer gleich gesehen, wo die anderen sind…

  5. Spooky Cookie sagt:

    Ja, auf der Hinfahrt haben wir auch 22 Stunden gebraucht, das war suuperätzend, wir hatten nämlich keinen Doppelstockbus und auch jeder nur einen Platz (außer die Lehrer).
    Ich meinte, warum ihr überhaupt Shirts habt. Bei uns gibt es zwar Schulshirts (mit Schullogo), aber ich glaube, es ist noch niemand auf die Idee gekommen für eine Kurs/Klassenfahrt T-Shirts drucken zu lassen.

  6. Eva sagt:

    In den letzten zwei, drei Jahren ist bei uns der Brauch entstanden, am Ende der zehnten Klasse Klassen-T-shirts zu bestellen. Grund dafür ist, denke ich, dass nach der Zehn viele abgehen um woanders ihr Abitur oder irgendwo eine Ausbildung zu machen. Das soll dann nochmal demonstrieren, wir, die Klasse, haben zusammengehalten, sechs Jahre lang. Wir hatten damals hübsche dunkelgrüne Polos, auf denen vorn in gelber, arabisch angehauchter Schrift der eigene Name stand. Hinten eine Zeichnung von unserem Klassenlehrer Herrn Buning mit Turban: “Ali Buning und die 27 Räuber”. Er hat natürlich auch eins bekommen und es gleich mehrere Tage hintereinander getragen. Im letzten Jahresbericht hatten dann alle Zehnerklassen auf den Fotos ihre T-Shirts an, das sah sehr lustig aus. Fast schon wie eine Schuluniform. Bei dem Spaß, den das Ganze also gemacht hat, war es keine Frage, das der Ruf nach “Romfahrt-Stufenshirts” kommen würde… Ich freu mich jedenfalls schon auf die Abipullis.

  7. Helenchen sagt:

    wir haben das auch gemacht am ende der 10. aber unser t-shirt war nicht so stylisch :-)

  8. Spooky Cookie sagt:

    Wir machen das nur zum Abi (mit T-Shirts, nicht mit Pullis). Aber wir waren auch nur 4 Jahre ein Klassenverband … und Verband konnte man das bei uns auch nicht nennen. Es gab Klassen, die haben mehr zusammengehalten und mochten sich untereinander sehr viel mehr.

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