Mit geschlossenen Augen zu singen ist sehr ehrlich

22. September 2007 · 6 Kommentare

I just want back in Your Head!
Ein wunderbares Indie-Rock-Konzert fand am Samstag, dem 25. August, im Kölner Stadtgarten statt. Das sahen mehrere hundert Fans der kanadischen Band Tegan and Sara voraus, die so eifrig Karten kauften, dass die Veranstaltung wenige Wochen vorher sogar in größere Räumlichkeiten verlegt werden musste. Und sicher ist: Damit hat man nichts falsch gemacht.

Tegan and Sara, das sind eineiige (!) Zwillingsschwestern aus Kanada, 1980 geboren, die sich als Kinder nach eigener Aussage überhaupt nicht verstanden. Erst als sie später in ganz unterschiedliche Teile ihres Heimatlandes zogen, wandelte sich ihre Beziehung. Jetzt sind die zwei eine Band, die mit vielen Gitarren und stets zweistimmig bald ihre fünfte Platte präsentiert.

Erste Stücke aus „The Con“ gab es im Stadtgarten bereits zu hören. „Obwohl es hier noch nicht erschienen ist“, vermutete Tegan, „werdet ihr wohl schon einige Lieder kennen. Unsere Plattenfirma möchte davon nichts wissen, aber WIR wissen sehr wohl, dass es dieses magische Ding namens Internet gibt.“ Und tatsächlich: Schon bei den ersten Takten ihrer neuen Single beginnt das Publikum zu jubeln.

Die beiden jungen Frauen, die mit ihren schrägen Frisuren und tätowierten Armen so wild scheinen, stellen sich schnell als sehr charmant heraus. Gern erzählen sie zwischendurch lustige Geschichten – und auch mal weniger lustige. So beschreibt Sara, wie depressiv sie war, als sie den Song „Monday Monday Monday“ schrieb. Davon ist an diesem Abend aber rein gar nichts mehr zu spüren. Mit drei Männern an Bass, Gitarre und Schlagzeug im Rücken amüsieren die zwei ihr Publikum mit Liedern über komplizierte Beziehungen, mit ihrem herrlich feinen Humor und tollen Stimmen.

Tegan and Sara mögen Deutschland, weil hier „jeder so guckt, als würde er dich verstehen, auch, wenn er es gar nicht tut“, und obwohl alles so teuer ist. Deshalb kommen sie wieder: Im Februar schon. Und wer das sehen will, sollte es im Kalender festhalten und rechtzeitig Karten kaufen – sonst ist bestimmt wieder ganz schnell ausverkauft.

Borkener Zeitung


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    Bis jetzt 6 Kommentare

    • Lena. 24. September 2007 um 16:45 Uhr

      du schreibst also auch hin und wieder für die Zeitung, find ich gut. Als Jugendliche/r schon als “freier Journalist” zu arbeiten, ist ja wirklich ziemlich interessant, finde ich. Der Artikel gefällt mir, von den beiden Schwestern hab ich zwar noch nie was gehört, aber es lohnt sich bestimmt, mal reinzuhören. (:

    • Eva 24. September 2007 um 16:09 Uhr

      Bei Tegan and Sara solltst du auf jeden Fall einmal reinhören! Meine Ohrwürmer vom neuen Album sind momentan “The Con” und “Back In Your Head”.
      Was ich sonst so Journalistisches schreibe findet du in der Rubrik Druckfrisch.
      Liebe Grüße!

    • Lena. 24. September 2007 um 16:04 Uhr

      Danke für den Tip, ich habe gerade schon einen Blick in die Rubrik geworfen und bin ganz baff. Du hast ja wirklich einen gigantischen Wortschatz, Respekt ;) Und so viele Wettbewerbe hast du auch schon gemeistert, woher erfährst du denn von denen?
      Bekommst du bei der Borkener Zeitung ein paar Cent pro Zeile? Das würd mich auch interessieren, falls du’s verraten darfst.

    • Eva 25. September 2007 um 11:35 Uhr

      Also, auf die Wettbewerbe bin ich bisher noch immer zufällig gestoßen – aber ich halte die Augen offen. Und bei der Borkener Zeitung bekomme ich, wie du schon sagst, “ein paar Cent” – das sind dann, bei Artikeln von deren Wunschlänge, meist maximal fünf Euro. Angeblich lesen Jugendliche nichts, was länger ist. Deswegen macht es, ehrlich gesagt, nicht so großen Spaß, für die BZ zu schreiben.

    • Lena. 25. September 2007 um 15:30 Uhr

      Nunja, ich finde ein paar Cent pro Zeile doch schon ganz gut. Ich schreibe auch für unser Lokalblättchen, und zwar für lau, und eingeschränkt sind wir auch ziemlich (ich schreibe mit mehreren anderen in der Jugendredaktion). Leider geht die Motivation auch zurück, ich glaube, dass es tatsächlich am nicht vorhandenen Geld liegt. Schade, aber wahr.
      Wir bekommen zwar ein bisschen Geld im Monat für uns alle zusammen, aber das ist mehr als Aufwandsentschädigung gedacht.
      Ich wünsch dir jedenfalls weiterhin viel Erfolg :)

    • jensjetzt 27. September 2007 um 9:45 Uhr

      ich liebe den “kölner stadtgarten” – als ich in köln gelebt habe, war mein liebster ort zum tanzen: “mojo-partys” und super konzerte. besonders legendär ist das “studio 672″ im keller. mit den “ohrbooten” waren wir dort vor zwei jahren. es war wunderbar – ein kleines, feines, intimes konzert.

      “Tegan and Sara” sind ebenfalls super. ;-)

      gruß jens

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