Open Air Kino (Luftveränderung, bitte)

13. August 2007 · 5 Kommentare

Ich gehe ja selten auf Partys. (Ich weiß nicht mal: Heißt es Partys oder Parties?) Warum auch immer, sie reizen mich nicht, vielleicht ist es oft einfach nicht die Art von Fest, wie ich es ausrichten würde. Aber gestern, das war ziemlich genau so. Es war eine Abschiedsfeier, die häufen sich ja im Moment. Alle Welt fliegt aus, nach Ruanda oder Suriname, nach Kanada und Argentinien. Letztere feierten gestern.

In einem Garten mit Zelt und Lichterketten, mit Kühlschrank draußen und Jack Johnson-Musik. Ich habe Kräuterwürstchen gegessen und Sesambrot, habe ein Glas Cola über die Beine und französische Küsschen auf die Wangen gekriegt. (Diese Franzosen sind wirklich wie in “Französisch für Anfänger”.) Ich habe über Gott gesprochen und über Fettnäpfchen, ich habe Menschen kennengelernt und welche gemieden. Ich bin ganz alleine klargekommen. Ich habe mich sehr wehmütig verabschiedet von zwei Freunden, die ich eigentlich noch gar nicht so nennen darf.

Auf dem Weg nach Hause habe ich zum ersten Mal bereut, vor drei Jahren nicht Französisch gewählt zu haben. Warum habe ich diesen Austausch nicht mitgemacht, und warum eigentlich bin ich nicht auch für ein Jahr weggegangen, warum habe ich mir gar keine richtigen Gedanken darüber gemacht? Jetzt stecke ich wieder mittendrin in einer von diesen Phasen, dieser tiefen keinen-Bock-mehr-auf-Schule-ich-habe-doch-zehn-Jahre-lang-alles-gegegeben-Depression. Ich brauche Abwechslung, was Neues, frische Luft! Zwei Jahre noch, zählt mir der Kalender im Kopf vor, zwei lange Jahre.

Aber diese Party, diese Party war wie ein guter Film: schön, aber traurig. Und davon kann man nunmal nicht genug kriegen.


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    Bis jetzt 5 Kommentare

    • Kathi 13. August 2007 um 21:32 Uhr

      Falsch liebe Eva,

      zwei kurze haste-nich-gesehn-schon-sind-sie-wieder-vorbei-und-
      du-bist-gar-nicht-aufs-echte-Lebenvorbereitet-Jahre.

      Ich hab mich auch immer gefragt, wieso ich nicht in der elften Klasse die große weite Welt erkundet habe. Aber letztendlich hat man dazu auch jetzt noch Zeit. Also nachdem du endlich fertig bist mit all dem Schmu und anfängst deine Schulzeit zu vermissen.

    • Roman 14. August 2007 um 10:40 Uhr

      Ja, Kathi.
      Eva, ich bin sehr froh, dass du nicht ins Ausland gegangen bist. So hatten wir zwei Jahre. Wunderbare. (Fritsch war übrigens in Amerika, auf dem Land, ein Jahr nichts los. Das kann passieren.)
      Und abzüglich der fünf oder sechs AusbildungsStudiumsjahre, kannst du noch fast 70 Jahre (ich nehme an, du wirst alt) im Ausland verbringen, Französisch lernen, Spanisch lernen …

    • Sophie 24. August 2007 um 14:57 Uhr

      partys! heißt es. zumindest im deutschen. im englischen parties. total affig, eigentlich.

    • Eva 24. August 2007 um 15:10 Uhr

      Ah, dann ist es also wie mit den “Hobbys”.. Das frage ich mich jedes Mal wieder, wenn ich einen Lebenslauf schreiben muss oder so. Eigentlich wirklich affig.

    • jensjetzt 24. August 2007 um 22:52 Uhr

      ich empfehle: geh nach dem abi wech – da kannst & musst du viel mehr selbst entscheiden. du hast sogar die möglichkeit dort zu bleiben, wo du es möchtest!

      im übrigen glaube ich, dass die zwei coolsten jahre vor dir liegen. du musst sie nur zu nutzen wissen. schule war für mich im abi nebensache, ich habe verdammt viel anderen kram gemacht, jede menge ausprobiert. ich hatte damals die zeit dafür. nebenher konnte ich gutes geld als schüler verdienen. ich würde behaupten, ich habe bis heute kaum wieder so in saus und braus gelebt wie damals. es waren die “wilden 90er” (95&96) in berlin.

      das liest sich bestimmt altklug – aber gerade heute habe ich über mein eigenes “alt werden” einen text geschrieben: http://www.berlincityblues.com/?p=1219

      gruß und viel spaß – jens

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