Ich gehe ja selten auf Partys. (Ich weiß nicht mal: Heißt es Partys oder Parties?) Warum auch immer, sie reizen mich nicht, vielleicht ist es oft einfach nicht die Art von Fest, wie ich es ausrichten würde. Aber gestern, das war ziemlich genau so. Es war eine Abschiedsfeier, die häufen sich ja im Moment. Alle Welt fliegt aus, nach Ruanda oder Suriname, nach Kanada und Argentinien. Letztere feierten gestern.
In einem Garten mit Zelt und Lichterketten, mit Kühlschrank draußen und Jack Johnson-Musik. Ich habe Kräuterwürstchen gegessen und Sesambrot, habe ein Glas Cola über die Beine und französische Küsschen auf die Wangen gekriegt. (Diese Franzosen sind wirklich wie in “Französisch für Anfänger”.) Ich habe über Gott gesprochen und über Fettnäpfchen, ich habe Menschen kennengelernt und welche gemieden. Ich bin ganz alleine klargekommen. Ich habe mich sehr wehmütig verabschiedet von zwei Freunden, die ich eigentlich noch gar nicht so nennen darf.
Auf dem Weg nach Hause habe ich zum ersten Mal bereut, vor drei Jahren nicht Französisch gewählt zu haben. Warum habe ich diesen Austausch nicht mitgemacht, und warum eigentlich bin ich nicht auch für ein Jahr weggegangen, warum habe ich mir gar keine richtigen Gedanken darüber gemacht? Jetzt stecke ich wieder mittendrin in einer von diesen Phasen, dieser tiefen keinen-Bock-mehr-auf-Schule-ich-habe-doch-zehn-Jahre-lang-alles-gegegeben-Depression. Ich brauche Abwechslung, was Neues, frische Luft! Zwei Jahre noch, zählt mir der Kalender im Kopf vor, zwei lange Jahre.
Aber diese Party, diese Party war wie ein guter Film: schön, aber traurig. Und davon kann man nunmal nicht genug kriegen.
Kommentiert
Amelie: So wahr, das brachte mich gerade zum lachen :)
Claudia: Wie bedeutungslos wären manche Menschen ohne Facebook… (:-/
Roman: Den Nagel auf den Kopf getroffen. Danke dafür, liebe Eva.
Marc vm: Dann schiess mal los :)