Archiv für Juli, 2007

Paris pêle-mêle (2)

Metropolitain
Metro
Die Pariser U-Bahn verkehrt auf einem sehr gut ausgearbeiteten Liniennetz, das kann man nicht anders sagen. Kein einziges Mal haben wir erlebt, dass eine Bahn zu spät kam – und das liegt daran, dass jede Linie an den entsprechenden Stationen für beide Richtungen ihren eigenen Gleis hat. Das ist sehr komfortabel, auf der anderen Seite entsteht mitunter jedoch Verwirrung, wenn man umsteigen möchte – denn die verschiedenen Gleise liegen keinesfalls alle nebeneinander und in Sichtweite, sondern gern auch mal schräg übereinander. Verbunden sind sie durch zahlreiche verwinkelte Gänge und Treppen. In Stationen wie Charles des Gaulle Etoile oder Les Halles ist man dann schon mal fünf Minuten vom einen zum anderen Gleis unterwegs. Aber ich mochte es, denn unten ist es niemals stickig, sondern immer angenehm kühl. Nicht zu vergessen sind natürlich die herrlichen Metroschilder, die überirdisch auf die Eingänge hinweisen. Wir freuten uns die ganze Zeit darüber, das wohl keine andere so große Stadt sich trauen würde, mit einer solchen Schriftart auszuschildern.

Top 3 Parisfilme
1. Die fabelhafte Welt der Amelie
2. Paris je t’aime
3. Before Sunset
(4. Zusammen ist man weniger allein?)

Versailles
Das Schloss wollte ich unbedingt besuchen, diesen magischen Ort, durch dessen Gänge tatsächlich Marie Antoinette – und Kirsten Dunst – geschritten sind (noch ein Drehort…). Es war toll, den Spiegelsaal und die vielen prachtvollen Räume und Gemälde zu sehen. Durch die Fenster erhaschte man die ganze Zeit einen Blick auf diesen herrlichen Garten, auf den ich mich am meisten freute. Wie sich nach unseren Rundgängen durch die Gebäude herausstellte, konnten wir ihn mit unseren Tickets aber gar nicht betreten. Das wars mit den bunten Blümchen und dem Petit Trianon! So verließ ich den Hof enttäuscht.

Louvre
Was ist eigentlich größer, der Louvre oder Versailles? Freitag abends, ab 18 Uhr 45, ist der Eintritt für junge Menschen (unter 26) frei und man muss noch nicht einmal großartig anstehen. Das Dumme ist aber: Zu dieser Zeit, also nach einem ganzen Tag in Paris, tun einem die Füße dermaßen weh, dass die vielen Treppen und langen Gänge des Louvre eine wahre Herausforderung darstellen. Wir sahen uns den Ansturm auf die Mona Lisa an und die Krone von Louis XV, und wir wollten unbedingt noch Vermeers Werke sehen. Doch auf dem Weg dorthin verliefen wir uns und gaben schließlich auf. Der Hof des Louvre mit Blick auf die Pyramiden ist ein wunderbarer Ort, um Füße irgendwo herunterbaumeln oder gleich im kalten Wasser abkühlen zu lassen.

Anziehsachen
Wir waren nicht wirklich auf großes Einkaufen aus, aber das hat mich dann doch gewundert: Dass ich in Paris, zwischen all diesen hübschen und noch dazu sehr hübsch angezogenen Pariserinnen kein einziges Stück neuer Kleidung gefunden habe. Bis auf eine herrliche Baskenmütze.

Parkleben
Für alle, die demnächst noch nach Paris fahren: Bis Anfang August ist im Parc de la Villette jeden Abend Open Air-Kino mit einer gigantischen aufblasbaren Leinwand. Man muss es machen wie die Franzosen: Sich eine Decke, Wein, Salat und natürlich genügend Baguette mitnehmen. Wenn dann noch ein Film läuft – gibt es wahrscheinlich nichts Romantischeres.

Paris pêle-mêle (1)

Das Grab von Oscar Wilde auf dem meistbesuchten Friedhof der Welt
 
Montmartre
Das ist wahrscheinlich der schönste Stadtteil, den wir zu sehen bekamen. Mit dem Amelie-Guide, der von der Touristeninformation herausgegeben wird, fanden wir alle Drehorte des Films wieder, darunter natürlich das Café Deux Moulins, wo inzwischen viele Bilder von Audrey Tautou hängen und ein kleiner Gartenzwerg auf der Theke steht. Am Abend des Nationalfeiertages erlebten wir das fröhliche Freiluftkonzert eines jungen Orchesters, im Schatten der wunderbaren Sacre Coeur.

SMS nach Zuhause
Bonjour, Mama et Papa, habe mir heute den Eiffelturm auf den Oberarm tätowieren lassen. Der Mann war sehr nett, auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Der Arm tut auch kaum noch weh, ist nur ein bisschen rot. Aber Roman findets sexy!

Shakespeare & Company
Die Jagd nach Drehorten und natürlich Kathis dringende Empfehlung führten uns in diese berühmte Buchhandlung, wo jeder Klavier spielen und die hübsche schwarze Katze auf Taschenbuchstapeln dösen darf. Ich bewunderte ein Regal mit schiefen Brettern, das gerade ausgeräumt wurde, bis Roman mir erklärte, dass das einfach zusammengebrochen war unter der Last der Bücher (und des Staubs). Gedreht wurden hier die ersten Szenen von „Before Sunset“.

Eiffelturm
Am Eiffelturm waren wir keine fünf Minuten. Er sieht schön aus, aber es gibt zig schönere Dinge in Paris.

Sprache
Es stimmt nicht, dass die Franzosen zu arrogant oder stolz sind, um englisch zu sprechen. (Wie auch Anke Gröner, fast zeitgleich, festgestellt hat.) Aber tatsächlich gibt es kaum Werbung mit englischen Slogans, im Grund begegnet einem die Sprache so gut wie nirgendwo. Ich finde es schön, dass man sich so auf die Schönheiten der eigenen Sprache besinnt – aber in diesem Fall war es blöd für mich, weil ich nun wirklich gar nichts verstehe. Tatsächlich verwechselte ich sogar die kleinsten Brocken, die die jeder kann, wenn ich sie denn brauchte. In der Metro sagte ich merci statt pardon, und beim Betreten eines Geschäfts wurde es eine gemurmelte Mischung auf au revoir und bonjour. Au weia.

Brot
Am allermeisten vermisse ich die vielen Patisserien. Man findet überall eine, irgendwo zwischen all den Cafés, Bistros und Brasserien. (Es wundert mich immer noch, dass DERART viele kleine Gastronomien, alle nebeneinander, überleben können. Das liegt zum Teil wohl an der französischen Eigenart, niemals im Gehen zu essen oder zu trinken.) Brot haben die Franzosen einfach drauf (im Gegensatz zu Pizza). Und das Tollste ist, dass die Patisserien bis abends um halb neun geöffnet sind und den ganzen Tag über gebacken wird, sodass es ständig frisches Brot gibt. Und ich liebe Brot, frisches, einfaches Brot. Davon kann ich Unmengen essen, ohne irgend etwas drauf oder dazwischen. Wir aßen jeden Tag Baguette, und schnell entdeckte ich die Spezies des Schokoladenbaguettes für mich. Warum nur gibt es das nicht in Deutschland. Warum nur.

#40: Heal Yourself

When we were about 14 years old, my friend Theresia and me met at her house one afternoon. We talked about this and that and then suddenly about pimples. I told her that I had heard about a method against annoying pimples that makes them disappear very fast. You have to put a bit of toothpaste right onto them. Theresia took her toothpaste and we put it onto every pimple we could find on our faces (and there aren’t just a few pimples on an usual 14-year-old face). While it dried by and by we talked and had fun because of our dotted faces. Suddenly the bell rang. Theresia jumped down the stairs an opened the door. But before the visitor who was her older brother could see the toothpaste-dots on her face, she pretended to sneeze, covered her face with her hands and raced the stairs back up, roaring with laughter.
I do not remember whether the pimples disappeared after that or not.

Learning to Love You More

Deciding London

Londno - Parsi!

Discussing London

Heute Morgen beim Frühstück diskutierten wir schon wieder, ob ich angesichts der aktuellen Umstände nun nach London fahren soll oder nicht.

Mama: „Deswegen haben wir uns ja auch Spanien aus dem Kopf geschlagen, weil die Waffenruhe unterbrochen wurde, von der ETA.“
Kleine Schwester: „ETA? Heißen die nicht Aida?“
Mama (lacht): „Aida ist ein Kreuzfahrtschiff!“
Ich (lache): „Und eine Oper.“
Kleine Schwester: „Hä?“
Mama: „Ah, du meinst Al-Qaida!“
Kleine Schwester: „Aaach, komm!“

Aber: Soll ich jetzt, oder nicht?