Archiv für Mai, 2007

Eintrag aus dem Klassenbuch: Zettelchen und Bimmel-Bingo

Die einen besuchen sie neun, die anderen zwölf Jahre: Die Schule prägt uns ein Leben lang. Eva Schulz steckt noch mitten drin im Leben zwischen Lehrerzimmer und Spickerschreiben. Heute widmet sie sich dem Zettel.

Zettelchen und Bimmel-Bingo

Letzten Freitag, in der Relistunde, musste ich zum ersten Mal seit einer Ewigkeit wieder ein Zettelchen weitergeben. Ein winziges, klein beschriebenes Stück Papier, zwei Mal gefaltet, von Felix an Michael. Natürlich habe ich nicht nachgeschaut, was draufstand. Ich erinnerte mich vielmehr an unser Zettelchen-Hoch, irgendwann zwischen sechster und zehnter Klasse, als wir die anfängliche Scheu und Artigkeit eines Fünftklässlers abgelegt hatten und uns langsam, aber sicher zu wahren Rebellen entwickelten.

In dieser Zeit flogen die Zettel nur so, zu Kugeln geballt, von einem Tisch zum Nächsten. Wochenendorganisationen und Hausaufgaben in Stichworten, Unsinnigkeiten oder Lästereien über den Lehrer. Mit denen musste man immer ganz besonders vorsichtig sein, denn die Gefahr, dass Briefe abgefangen wurden, war meist ziemlich hoch. Einmal passiert, schoss einem die Schamesröte ins Gesicht. Denn, mal ehrlich: Kaum ein Lehrer kann es sich verkneifen, einen solchen Brief zu lesen. Trotzdem gehen sie alle unterschiedlich um mit abgefangenen Botschaften. Die Einen lesen sie laut vor, die Anderen schmunzeln und vernichten sie, wieder Andere bewahren sie gar auf und erzählen voll Stolz von ihrer zig Schuhkartons umfassenden Sammlung.

Der typischste aller Zettel soll der berühmte „Willst du mit mir gehen“-Ankreuzzettel sein, aber so einen habe ich noch nie gesehen. Meiner Meinung nach sind der Höhepunkt die Abstimmungen. Jungs zum Beispiel neigen in der achten, neunten Klasse dazu, immer wieder Mädchenrankings zu machen. Sie vergeben Punkte für Haare, Stimme, Humor – am liebsten während des Unterrichts. Anschließend wird die Liste ganz unabsichtlich irgendwo liegen gelassen und der Streit unter den Mädchen oder umgekehrt ihre Verbündung gegen die Jungs sind vorprogrammiert. Heutzutage werden hingegen kaum noch Zettel geschrieben. Wir geben höchstens Abstimmungslisten wegen der Farbe unserer Stufenfahrt-T-Shirts herum (und diese werden ausnahmsweise von den Mädchen dominiert).

Ich frage mich, was mit den ganzen Inhalten passiert, die wir früher zu Papier gebracht und durch die Bänke geschummelt hätten. Wann erzählen wir uns die jetzt? Etwa nur noch in den Pausen? Reden wir vielleicht während des Unterrichts mehr als früher? Oder haben wir uns tatsächlich weniger zu erzählen? Wahrscheinlich trifft Letzteres zu. Schule wird auf die Dauer langweilig, und der Nervenkitzel des Zettelchenschreibens weicht einer tiefen Gelassenheit. Schule wird unspektakulärer. Irgendwann sind alle Beziehungen klar und keiner will mehr per Briefchen wissen, ob die anderen auch finden, dass Alex und Carolin gut zueinander passen.

Ab und zu jedoch kommt noch einer von diesen Briefen, die eine einzelne Unterrichtsstunde herrlich spektakulär machen. Darauf steht nur eins: „BIMMEL-BINGO!“ Bimmel-Bingo ist ein wunderbares Spiel. Wunderbar in dem Moment, in dem man zutiefst gelangweilt in Chemie oder Religion sitzt und nicht weiß, wohin mit seinen Händen, wohin mit den Gedanken.

Dann malen sich alle, die der Zettel erricht hat, ein Bingo-Feld mit fünf mal fünf Kästchen auf, in die sie Worte schreiben, die der jeweilige Lehrer besonders oft verwendet. Nur Adjektive und Nomen, maximal drei Namen. Die Mutigen notieren ganze Floskeln. Anschließend wird dem Lehrer sehr angestrengt zugehört (das ist der positive Nebeneffekt) und sobald er einen der Begriffe verwendet, die man in seinem Bimmel-Bingo-Schema aufgeschrieben hat, darf man diesen durchstreichen. Wer zuerst fünf Kreuze in einer Reihe hat und laut „BIMMEL-BINGO!“ ruft, gewinnt den zuvor ausgeschriebenen Preis. Das kann eine Schokowaffel aus dem Kakaokeller sein, eine Füllerpatrone, ein Kreisel aus Tobis Überraschungsei.

Andi besitzt all diese Dinge. Er ist der Einzige, der sich in Herrn Wettke-Lünnings Chemieunterricht traut, lauthals merkwürdige Wörter zu schreien und sich danach ganz gelassen wieder zu setzen und den Huldigungen (und Flüchen) seiner Mitschüler zu lauschen. Das ist eigentlich noch dreister, als Zettelchen zu werfen.

Jetzt.de, 31. Mai 2007

Ich werde ja jetzt Topmodel

Wo der Markt für die Rothaarigen offen ist. Werde in London immer ganz grazil und ohne die Schultern zu bewegen durch die Straßen laufen. Kriege auf einmal auch schon haufenweise E-Mails von den ganzen Agenturen.

Katalogproduktion Herbst 2007

Hallo,

wir haben Deine Adresse von einem Freund erhalten.
Wir bereiten eine riesige Kampagne vor. Hierzu brauchen wir Dich!
Sende uns bitte Deine Bilder bzw. Sedcard an: modelmanagement07@gmail.com
Unser Team wird sich umgehend mit Dir in Verbindung setzen.

Gruss,

Tom Marioni
Modelmanagement Ltd.
Berlin – Miami – Milano

(Sende die Anfrage bitte an Deine Freunde weiter von denen Du glaubst, sie
sind geeignet)

Eintrag aus dem Klassenbuch: Der Elternsprechtag

Die einen besuchen sie neun, die anderen zwölf Jahre: Die Schule prägt uns ein Leben lang. Eva Schulz steckt noch mitten drin im Leben zwischen Lehrerzimmer und Spickerschreiben. Heute widmet sie sich dem Elternsprechtag.

Der Elternsprechtag

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Weiterbildung hat vor kurzem eine Hotline eingerichtet, die Schüler anrufen können, wenn sie Fragen oder Probleme haben. Dabei geht es allerdings mehr um das Bildungssystem an sich, über das man sich hier informieren kann. Wenn akute Probleme an der eigenen Schule auftauchen, soll man auch anrufen. Um persönliche Wehwehchen wird sich dort jedoch nicht gekümmert. Warum auch? Dafür gibt es schließlich den Elternsprechtag!

Zwei Mal im Jahr putzen sich die Lehrer fein raus, um sich dann stundenlang in den Klassen zu verschanzen und ein Elternteil nach dem anderen dort hinein- und wieder rauszuschleusen. Sie bringen sich Tee in Thermosflaschen und Espresso in Tüten mit, den sie in einer freien Minute im Lehrerzimmer kochen. Sofern sich denn eine freie Minute ergibt.

Jedes Mal beschwert meine Mutter sich aufs Neue darüber, dass an meiner Schule nicht mehr, wie noch zu Grundschulzeiten, Termine mit den Lehrern vereinbart werden. Unser System sieht so aus: Vor jeder Tür lange Stuhlreihen. Dort sitzen genervte Wartende, die wiederum den Lehrer mit ihren gelangweilt-wütenden Blicken verunsichert und hektisch machen. Der größte Haken: Wir Schüler müssen mit! Denn wenn man bei jedem Lehrer stundenlang warten muss – dann sitzt man ja den ganzen Tag da fest! Die schlaue Mutter packt deswegen ein bis drei Kinder ein und platziert sie auf den Wartestühlen. So raubt sie uns einen freien Tag und setzt uns noch dazu diesem bunten Zoo von Eltern aus, die dort aufkreuzen und sich ihre Zeit nicht wie wir mit einem MP3-Player vertreiben wollen.

Irgendwie passiert es mir jedes Jahr, dass ich neben diesem einen Typ Mutter lande: Sie hat scheinbar nichts anderes zu tun, als selbst bei ihrem Zehntklässlersohn noch jede Hausaufgabe zu kontrollieren. Sie weiß, wann der Julian die nächste Arbeit schreibt, in welcher Pause er seine Milch kauft und wann er zuletzt seine Buntstifte angespitzt hat. Aus Höflichkeit schalte ich dann meist den MP3-Player ab und lausche ihren Tiraden. Und jedes Jahr aufs Neue tut mir Julian sehr, sehr leid. Neben Julians Mutter, die aber auch wirklich von nichts anderem redet, sitzt meistens der Ökovater in seinem etwas zu großen Strickpullover und füllt einen Sudokublock aus. Er nickt, wenn Julians Mutter ein zustimmendes „ja“ von ihm haben möchte, und rückt ansonsten höchstens mal seine Brille zurecht. Daneben wiederum sitzt eine Tochter, siebte oder achte Klasse vielleicht. Die muss noch nicht höflich sein und ist sowieso weit genug entfernt von Julians Mutter. Die darf Gameboy spielen. Und ist gleich schon dran! Gemein.

Da biegt auch schon ihr Vater um die Ecke, und er verkörpert den dritten Extremtyp, auf den man am Elternsprechtag bisweilen trifft: den Anzugträger, der nur eben zwischen zwei Terminen hier ist und auch schnell noch telefonieren muss, ob der Mathelehrer nicht kurz warten könnte?

„Hey!“, beschwert sich da schon Julians Mutti, das würde den ganzen Betrieb ja nur noch mehr aufhalten! Sie wird abgelenkt von der Ökomutter, die kurz vorbeikommt um die Stricknadeln bei ihrem Mann abzuholen. Bei Jan-Olafs Englischlehrer dauere das noch länger. Da stecke ich mir dann doch wieder die Stöpsel in die Ohren.

Ungerechterweise scheint es meine Mutter am Elternsprechtag immer um Längen besser zu treffen. Sie landet zwischen den netten, normalen Eltern, die sie irgendwie kennt (Sprechtagconnections!) und mit denen sie sich wunderbar austauschen kann. Im Klartext heißt das: Jetzt kann endlich mal wieder richtig abgelästert werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass zu keinem Zeitpunkt so viel in der Schule getratscht wird wie am Elternsprechtag. Schuld daran ist zum Einen die hohe Frauenquote, zum Anderen der so günstig verteilte Kaffee und Kuchen, der die Kränzchenstimmung nur noch anheizt.

Kein Wunder, dass mancher Lehrer da panisch wird! Und dass ihm dann nichts anderes mehr über die Lippen kommt als ein paar höfliche Floskeln. Wenn wir Stunden später im Auto sitzen, auf dem Weg nach Hause, erzählt Mama mir daher Dinge, die sie und ich schon vorher wussten (bis auf die Tatsache natürlich, dass Julian seine Milch immer in der zweiten kleinen Pause kauft (außer mittwochs)).

Und ich frage mich, was Elternsprechtag eigentlich soll.

Jetzt.de, 24. Mai 2007

Uns fehlt die Zeit

Uns fehlt die Zeit um über Zeit zu schreiben, warum schreiben wir also über Zeit, wenn wir wissen, dass uns die Zeit fehlt und ihr keine Zeit habt um über Zeit zu lesen, nicht zuletzt, weil die Zeit mit der Zeit langweilig wird. Trotzdem schreiben wir über Zeit, jetzt, hier, sofort und ohne lange beim Anfang zu bleiben, denn dafür kann keine Zeit verschwendet werden, schließlich brauchen wir sie beizeiten noch.

Zeit kann verrückt machen. Sie kann unglaublich stressen, jeder kennt das, man ist ja schließlich zur typisch deutschen Pünktlichkeit erzogen. Und wenn es dann, morgens vor der Schule oder bei einer wichtigen Verabredung, bloß um fünf Minuten geht, dann kann sie uns schon verrückt machen, die Zeit. Zu solchen Zeiten wünscht man sich, brasilianisch zu leben, in diesem Land, in dem die Uhren noch anders gehen, und in dem eine halbe Stunde Verspätung gang und gäbe ist. Doch auch andersherum schafft die Zeit, um den Verstand zu bringen: Wenn sie zu langsam vergeht. Wenn man sie absitzen, wenn man warten muss. Auf ein Wiedersehen, auf ein Postpaket, auf das Ende einer Schulstunde, eines Tages, eines Jahres. Auf das Klingeln eines Gongs, den Ruf eines Kuckucks, das Vorrücken eines Zeigers. Zeiten machen verrückt, wenn man sie im Englischen durcheinander schmeißt oder wenn die nächste Folge von den Guten und Schlechten erst nach dem Wochenende kommt.

Am verrücktesten jedoch macht Zeit, wenn man über sie nachdenkt. Wenn man denkt, was ist Zeit eigentlich, und was wären wir ohne sie. Zeit ist nichts. Zeit ist Geld. Zeit ist Physik. Zeit ist, was die Uhr anzeigt. Letzteres hat Albert Einstein gesagt. Und Albert Einstein war ein ziemlich cooler Typ. So cool, dass man ihm gern sofort recht geben möchte. Kann man auch eigentlich. Denn gäbe es keine Uhren, dann wäre erst einmal alles viel langsamer. Und sehr wahrscheinlich wäre Zeit dann auch schon kein Geld mehr. Doch wäre Zeit tatsächlich überhaupt nichts?

Uhren zeigen schließlich nur die Gegenwart an. Nur, nur, nur die Gegenwart. Den aktuellen Moment. Und benennen ihn mit ein paar Ziffern. Vier Ziffern, oder sechs, die Uhren in Braunschweig auch schon mal 15 allein hinter dem Komma. Meistens ist es allerdings „19 Uhr 27 und 30 Sekunden“. Wenn du mit einer Uhr in die Vergangenheit wandern möchtest, sie zurückdrehst, dann ist sie immer noch in der Gegenwart, sie hat nur einen anderen Namen für die aktuelle Zeit, der sich unterscheidet von dem, was die Regeln sagen. Ebenso ist es, wenn du sie vorstellst. Du kannst weder vor noch zurück in die Zukunft. Nicht mit einer Uhr.

Wenn Zeit also lediglich das wäre, was die Uhr anzeigt, dann wäre Zeit nur der Moment, die Gegenwart, weniger als ein Augenblick. Aber das kann nicht sein. Sorry, Einstein. Zeit muss auch Vergangenheit sein und Zukunft. Sonst könnten Großeltern nicht erzählen, „damals, das waren noch Zeiten“, und Eltern könnten nicht sagen, „auf dich kommen noch einmal ganz andere Zeiten zu.“ Du könntest nicht sagen: „Morgen? Da habe ich keine Zeit.“

Zeit ist einzeln und doch für alle gleich. Gleichzeitig. Überall ist jetzt gerade der gleiche Augenblick, und doch fragst du nach den Ferien, „wie war deine Zeit in Spanien?“. Es gibt deine Zeit und meine, und doch gibt es auch „zu unseren Zeiten“. Jeder deiner Zeitgenossen hat seine Zeit in der Hand, kann selbst entscheiden, was er mit ihr anfängt. Ob er sie zu gemeinsamen Zeiten werden lässt. Ob er sie vergeudet, verschenkt. Stiehlt, anhält, oder einfach mal hat. Das ist wohl eine ihrer tollsten Eigenschaften: Dass jeder, wirklich jeder sie hat. Und frei ist mit ihr. Deine Zeit, und wenn es nur eine Minute ist, kannst du gestalten. Wie wäre es, wenn du deine nächste Minute lang einfach mal die Augen schließt. Kurz all diese Gedanken hier weiterspinnst. Und sie dann wertschätzen lernst, die Zeit, noch mehr als vorher. Sie zu verstehen, das verlangt niemand von dir. Das kann schließlich auch niemand.

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber mit dem Universum bin ich mir noch nicht so sicher.“ Wieder so ein Satz von Einstein. Aber mit diesem hat er wohl recht gehabt, wie so oft. Denn es gibt Geheimnisse, die werden wir nicht lösen. Die Zeit scheint so ein Geheimnis zu sein. Ein Rätsel, für die Ewigkeit. Oder doch nur eins auf Zeit?

life + science, Mai 2007
1. Platz Wettbewerb “write + more”

Umzug! Auf der Stelle!

Manchmal muss man sich einfach UNBEDINGT und absolut JETZT sofort UMZIEHEN. Dabei ist egal, wie das Wetter draußen ist und ob man gut aussieht. Man ist schließlich allein, frei und will sich an seiner Stimmung laben! Drei Beispielsituationen.

1. Alles fühlt sich schon so nach Bett an
Es kann an einem freien Tag sein, an dem das lange Zuhauserumhängen irgendwie unerwartet kommt. Oder an einem Tag, der einfach mies läuft und nichts Gutes mehr verspricht. Oder, wenn der Traum von gestern noch nichts ausgeträumt ist. Es ist auf jeden Fall vor 22 Uhr. Dann bekommt man plötzlich große Lust darauf, einfach wieder ins Bett zu gehen, egal, ob man das erst vor zehn, fünf oder zwei Stunden verlassen hat. Man schlüpft in den Schlafanzug, der so herrlich gemütlich ist, und kann aber doch noch nicht richtig schlafen. Und außerdem hat man noch gar nicht zu Abend gegessen (ist ja auch noch nicht Zeit dazu). Also zieht man sich ein zweites Paar Socken und einen zu großen Pullover über alles andere drüber und lungert ein wenig herum. Schaut einen Film, isst ein Müsli, blättert in Magazinen. Alles ganz nebenbei. (Man lebt ein paar Stunden lang nur nebenbei.) Bis man wirklich so aussieht, als gehöre man ins Bett. Dann ist es auch endlich Zeit.
Die CD dazu: José González – Veneer

2. Alles fühlt sich gerade so ausgesprochen gut an
Das kann nach ganz großen Ereignissen sein. Oder nach Kleinigkeiten, die einem so passieren: ein toller Brief oder erfolgreicher Tag im Job, ein fröhliches Gespräch, eine Blume. An jedem anderen Tag würde man dann lächeln. Aber manchmal muss man nicht nur lächeln, sondern lachen und springen. Dann passen die Sachen, die man noch vor dem Ereignis anhatte, einfach nicht mehr. Festkleidung ist angesagt! Festkleidung können das Lieblings-T-Shirt und die Winterstiefel ebenso sein wie der formelle Hosenanzug. Hauptsache, sie unterstreichen die Stimmung noch. Dann tanzt man eine Runde darin. Und wenn man abends alles wieder auszieht, kommt noch einmal das dicke Gefühl und vielleicht hat man sogar ein neues significant outfit.
Die CD dazu: I’m From Barcelona – Let Me Introduce My Friends

3. Alles fühlt sich jetzt nach dieser Hose an
Ganz plötzlich kommt dieses Gefühl. Vielleicht steht man vor dem Spiegel und findet irgendetwas blöd. Oder man entdeckt diese eine Hose (es kann natürlich auch ein Shirt, Kleid, Gürtel sein) im Schrank wieder, versteckt unter einem Haufen anderer Klamotten. Vielleicht kommt sie auch einfach auf einmal in den Kopf. Auf jeden Fall muss man das Ding unbedingt gleich anziehen, nur, um mal wieder zu spüren, wie sich das so anfühlt. Um mal wieder zu sehen, wie schön die Beine darin ausschauen. Um noch mal diese hübschen Knöpfe zu knöpfen. Mir ist gerade die trendy enge Jeans eingefallen, die ich mir in München gekauft haben. Tatsächlich, weil da alle eine trugen und sie in diesen Tagen so München war. Nachher habe ich sie, ehrlich gesagt, nur noch ein, zwei Mal getragen. Sieht nicht so schick aus, finde ich. Und ist auch irgendwie nicht mein Ding. Aber jetzt im Moment hätte ich sie gerne mal wieder an. Doch. Wo ist die eigentlich. Schrank? Gib mir meine Münchenhose!
Die CD dazu: Tomte – Buchstaben über der Stadt