„))<>((. Forever.“
Christine ist Künstlerin, sie filmt Fotos von Menschen ab und synchronisiert sie. Sie schickt ihre Kunst in ein Museum, an die kühle Direktorin Nancy, um sie endlich auszustellen. Aber solange sie nichts damit verdient, arbeitet sie als Seniorentaxi. Zum Beispiel fährt sie Michael in die Stadt, der in die todkranke Ellen verliebt ist und sich ein Paar blaue Sportschuhe kaufen wird. Verkauft werden sie ihm von Richard, der eine verbrannte Hand und sich gerade von seiner Frau Pam getrennt hat. (Christine verliebt sich während dieses Einkauf in ihn.) Jetzt ziehen seine beiden herrlichen Söhne, Peter und Robby, immer zwischen ihm und ihr hin und her. Peter ist der Ältere, der in der neuen Nachbarschaft seines Vaters schnell ein Mädchen kennen lernt: Sylvie ist deutlich jünger als er, aber sie fasziniert ihn, weil sie seit Jahren einzig und allein damit beschäftigt ist, ihre Aussteuertruhe zu füllen. Zum Beispiel mit einem Mixer in zeitlosem Design. Der jüngere Bruder, Robby, lernt derweil über das Internet jemanden kennen – jemand, nun ja, sehr komischen. Richards Nachbar und Arbeitskollege Andrew lernt auch jemanden kennen: Zwei Teenager-Mädchen, Heather und Rebecca, denen er aber auf keinen Fall sagen darf, was er am liebsten mit ihnen machen würde, denn sie sind doch noch minderjährig…
Was nach einem schrecklich unübersichtlichen, chaotischen Film klingt, ist in Wahrheit so bunt und voller Ideen wie „Die fabelhafte Welt der Amelie“ oder „Science of Sleep”. Nichts anderes war schließlich zu erwarten von Autorin und Regisseurin Miranda July, die ja auch Initiatorin des wunderbaren Projekts Learning to Love You More ist. Sie versteht es, Farben zu kombinieren und Erzählstränge zu verflechten, sie platziert feinen Humor direkt neben schwerwiegenden moralischen Fragen. Letztere stellen sich in den wenigen Episoden, die ausnahmsweise die körperliche Liebe ins Spiel bringen. Jene sind auch der Grund, weshalb ich den Film – trotz seiner vielen Auszeichnungen und seiner offensichtlichen Qualität und Tiefgründigkeit – nicht mit in die Schule nehmen würde. (Darin gestützt werde ich noch von einem Kritiker der Chicago Sun-Times, der den Film „Das „Sideways“ des Jahres!“ nennt.)
Trotzdem empfehle ich, ihn anzusehen. Weil es vordergründig eben darum geht, dass alle irgendwie zueinander finden. Weil Miss July recht hat, wenn sie sagt, dass sie die Hauptrolle in ihrem eigenen Film im Grunde Kirsten Dunst vor der Nase weggeschnappt hat. Weil so viele Kinder und Jugendliche dort so gut spielen. Weil mal wieder so viele kleine Dinge auffallen. Und weil, wie so oft, die Liebe die Hauptsache ist.



(Robby, Robby, falls jemand weiß, wie man die Namen der Synchronstimmen rausfindet: Robby hört sich mit deutscher Stimme an wie der kleine Nils. Den spricht Oliver Döhring.)
Dass stimmt doch gar nicht! Der kleine Nils klingt albern und überzogen. Robby klang – na, süß eben!
Aber ich hab das gerade nochmal gehört. Vom Slang her passts, aber er ist eben nicht so albern wie der kleine Nils.
weil er ein ganz besonderer film ist, ja.
und nein, nils hört sich anders an.
der film kommt übrigens am mittwoch auf m wdr. dreiundzwanzig uhr irgendwas.
Danke für den Hinweis, Diana!