Archiv für Januar, 2007

Everything you always wanted to know about jetzt.de, but were afraid to ask

Ahh, 7 zu 2! Ich hatte 2 zu 1 Vorsprung!!!

Kathi fragt: Welche Kaffeesorte gibt es in der Redaktion?
Also der Max Scharnigg brüht sich gerade komische Senseo-Kaffeepads auf. Und ansonsten: Dallmayr Prodomo natürlich.

Robert fragt: Läuft bei euch Musik, oder ist es still, und man hört nur Telefon klingeln?
Heute lief ausnahmsweise Musik! Es gab ein kleines Fest wegen neuer Besucherzahlenrekorde, und der Pop-Redakteur spielte “Kinderchöre singen Radio-Hits” (oder so ähnlich): Von Wir sind Helden über Tokio Hotel bis Fanta 4 war alles dabei. Ansonsten sind alle mit Kopfhörern ausgestattet – Roland Schulz zum Beispiel rockt dauernd vor seinem Bildschirm. Aber das sehe ich nur in Stummfilmoptik. Sonst hört man tatsächlich nur das Klappern von Tastaturen und das Klingeln von Telefonen. Und gelegentliche Triumphschreie aus der Teeküche, wo das Tipp-Kick-Feld aufgebaut ist.

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Ein Geständnis: Warum ich in Ralph Caspers verliebt bin

Name:
Ralph Caspers

Familienstand:
Hat zwei Kinder mit den tollen Namen Bo und Cosmo. Der Name ihrer Mutter ist allerdings nicht bekannt.

Moderiert was:
Ab und zu die „Sendung mit der Maus“ und immer „Wissen macht Ah!“

Bin verliebt seit …
… ich die erste Folge von „Wissen macht Ah!“ vor ungefähr vier Jahren im WDR sah. Diese Brille warf mich um und zog mich zugleich dermaßen an, dass ich die folgende halbe Stunde vor dem Fernseher und noch mehr an Ralphs Lippen hing.

Begründung:
Neben den charmant drein blickenden Augen hinter besagter Brille faszinierte mich vor allem Ralphs unfassbare Eloquenz. Dass all der trockene Humor seiner Sprüche und die verrückten Ideen ihm nicht in den Mund gelegt werden, sondern von ihm selbst stammen, beweist seine Tätigkeit als Drehbuchautor für „Wissen macht Ah!“. Bevor er da anfing, hat Ralph auch noch die erste Late Night Show entwickelt, die vormittags gezeigt wurde. Rumkriegen werde ich ihn mit einer Reise nach Borneo. Dort ist er nämlich geboren, irgendwann zwischen 1972 und 1974, als seine Hippie-Eltern Affen großzogen statt sich Daten zu notieren. Weil er seinen Geburtstag nicht weiß, feiert er ihn immer dann, „wenn das Wetter schön ist“. Ich schmeiße eine Riesenfete für dich, Ralph! Sobald die Sonne wieder scheint.

Tollster Moment:
Ralph dick. Selbst mit verdreifachtem Gewicht sieht er noch soooo gut aus!

Chance für unsere Liebe:
Angesichts der Kinder wohl eher gering. Bedenkt man aber die Tatsache, dass ich zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit wäre, seinen klugen Ausführungen über optische Täuschungen oder den Unterschied zwischen Zucker und Süßstoff zu lauschen, sollte unsere Chance um mindestens 10 Prozent steigen.

Bei jetzt.de haben noch mehr Leute geschrieben, in welchen Moderator sie verliebt sind

Kranke Kämpfer

Immer wenn wir mit dem Auto zum Bahnhof fahren, fallen mir die Wälder auf. Das erste Mal am Sonntag, kurz nach dem großen Sturm. Sie sehen aus wie Schlachtfelder. Nur wenige Bäume stehen noch, viele liegen entwurzelt in der Horizontalen. Manchmal scheint es, als hätte der Nachbarbaum versucht aufzufangen, aber immer noch wirkt es furchtbar und voller Leid. Abgeknickte Stämme sehen aus wie offene Wunden, das helle Holz darin wie blutiges Fleisch. Es wird ewig dauern, bis diese Schlachtfeld geräumt, diese Wunden geheilt sind. Zuerst müssen noch die Bäume gerettet werden, die in den Flüssen ertrinken.

Das zweite Mal Freitag Nacht. Ich komme über das Wochenende nach Hause und Papa dreht im Auto seine aktuelle Lieblings-CD auf, das Album eines Afrikaners. Klanglich umgeben von zig Trommeln singt er mit diesem wunderbar runden, afrikanischen Akzent davon, dass er Nelson Mandela wieder über die Straße laufen sehen will. Vielleicht sehen deshalb die schwarzen Silhouetten der Bäume für mich diesmal aus wie ein kleines Stück Afrika. Mit lichten Kronen an langen dünnen Stämmen posieren sie vor dem blau leuchtenden 23-Uhr-Himmel. Ich frage mich, warum diese dünnen Bäume nach dem Sturm noch stehen, während an meiner Schule Jahrhundert alte Denkmäler von Bäumen entwurzelt wurden. Da fällt mir auf, wie schief sie allesamt stehen. Vom Wind gen Osten geblasen und doch verwurzelt sehen sie aus wie nackte afrikanische Kämpfer.

Tag Vier – Flutsch

Heute ist es ziemlich ruhig, in den heiligen Hallen von jetzt.de. Die Hälfte der Redaktion ist nach Hamburg ausgeflogen für eine große Interviewoffensive. Eine Stunde nach der Konferenz versagen die Server oder die Datenbanken oder irgendetwas dazwischen, und das Magazin verschwindet von der Oberfläche des Web.

Flutsch.

Es fühlt sich an wie draußen im Schnee, wo selbst die viel befahrenen Straßen inzwischen wie gebacken aussehen, mit dicken, festgeklopften, weiß-grauen Schichten bedeckt. Da ist alles auf eine plumpe Art leise und noch dazu unbewegt, weil keine Flocken mehr fallen.

#57: Lipsync to shy neighbor’s Garth Brooks cover.


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