PfauenFuchsDJ

Da das Lesen von Büchern zum Ende des letzten Schuljahres hin ziemlich kurz kam, nahm ich mir folgendes vor: Jeder Woche deiner Ferien, Eva, widmest du ein Buch. Hier sind nun die zweiten drei Wochen.

Ferienbücher, 2. Teil

„Ich kann nicht glauben, dass du DAFÜR bezahlt wirst!“
Hans Nieswandt, diesen Namen hatte ich schon mal gehört, aber mein Gott – wer der Mann ist, was er macht, wo er überhaupt herkommt, davon hatte ich keine Ahnung. Dann fiel mir sein erstes Buch „plus minus acht – DJ Tage DJ Nächte“ in die Hände, in dem er laut Klappentext von seinem Leben als DJ erzählt „irgendwo in Clubs zwischen Köln und Johannesburg“. Das stimmt auch. Erstmal geht es aber um seinen Werdegang und ums DJ-Sein im Allgemeinen, und das war für mich holprig bis schwer zu lesen. Nicht wegen seiner Formulierungen, Gott bewahre! Sondern vielmehr, weil ich nichts von seinem Handwerk verstehe und noch dazu auch nur geringe Teile der erwähnten Musik(er) kenne. Denn House, Techno, Hip Hop, das ist alles nicht wirklich mein Metier… Trotzdem wurde das Buch nach dem komplizierten Start zu einer angenehmen Lesereise, weil Nieswandt doch immer ein wenig erklärend erzählt, Anekdoten einflicht und niemals den abgehobenen „Master of Ceremony“ spielt. Dieses Buch kam mir nach dem Zuklappen als perfekt vor für all die Jungs, die davon träumen, einmal in einer Reihe mit DJ Hell, Sven Väth und wiesienichtalleheißen zu stehen, und die daher sowieso schon eine gewisse Begeisterung für das Thema hegen. Mir machte es aber auch Spaß, nicht zuletzt aufgrund der lockeren Erzählweise und der unterschiedlichsten Reisen, die Nieswandt beschreibt.

Allmählich meine ich, dass ich heute Nachmittag vielleicht bloß in Panik geraten bin und irgendwie überreagiert habe.
Stuart David ist einer der Mitbegründer der schottischen Band Belle and Sebastian, und tatsächlich kann man sagen, dass was für seine Musik gilt, auch auf sein Schreiben zutrifft: Es ist verschroben, eigenwillig, fantasievoll – und verdammt gut. Sein Debüt „Wie Nalda sagt“ erzählt von einem jungen Mann, der ein Geheimnis in sich birgt. Etwas großes, wertvolles, von dem niemand wissen darf, niemand! Mit diesem verborgenen Schatz führt er ein rastloses, einsames Leben. Immer auf der Flucht darf er niemandem vertrauen, sich nicht blenden lassen. Wenn ihm da nicht Marie dazwischenkäme, eine äußerst bezaubernde Krankenschwester… Die Handlung hier ausführlicher oder weniger rätselhaft zu beschreiben, wäre dumm. Diese Geschichte, aus der Sicht ihres Protagonisten erzählt, ist die grandiose Charakterisierung eines naiven und zu gleich misstrauisch-verängstigten Mannes, der schließlich an einer Schwelle steht und es doch nicht schafft, sie zu übertreten. Aufgebaut wie ein guter Psychothriller, ist sie doch vielmehr Tragikomödie, die durch Einfühlungsvermögen und Worte des Autors sowie das tolle Ende besticht. „Betörend und verstörend“, wie das britische The Face schrieb, trifft es sehr.

Man nennt mich Peacock – den Pfau.
Weil mir Stuart Davids Erstling so gut gefiel, las ich auch gleich dessen Nachfolger „Peacocks Manifest“. Wieder geht es um einen Typen, der im Grunde das genaue Gegenteil des Protagonisten aus „Wie Nalda sagt“ ist – abgesehen von den Sympathiewerten, die der Leser für ihn hegt. Diese sind auch hier recht niedrig, würde ich sagen. Und wir erfahren zumindest den Spitznamen der Hauptfigur: Peacock trägt etwas in sich, etwas, das er niemandem verrät… Und wieder erfährt man erst nach und nach, dass es sich um die Idee für einen Dancetrack handelt. Aus dem fernen Schottland ist Peacock mit ihr nach Amerika gereist, um sie mithilfe von Evil Bob, dem Freund vom Freund eines Freundes, zu verwirklichen. Doch das wird schwieriger als gedacht, die beiden müssen mehr reisen, brauchen mehr Geld und vor allem mehr Geduld als geplant. Als dann noch Peacocks Freundin Beverly anreist, entwickelt sich die Geschichte zu einer wahren Roadnovel, wie es auch auf dem Titel steht. Dieses Buch kann ich mir sehr gut als Film vorstellen, auch, wenn der aufregende Teil wohl erst am Ende kommt. Letzteres ist, nebenbei bemerkt, ab einem gewissen Punkt auch vorhersehbar. Trotzdem: Wem „Wie Nalda sagt“ gefällt, der mag sicher auch „Peacocks Manifest“.

3 Kommentare

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  1. David sagt:

    das parfüm hab ich im urlaub auch gelesen!
    ich hab letztens im kino den trailer zum film gesehen… gruselig kam er rüber und die schauspieler sahen (wie eigtl. immer in buchverfilmungen) nicht so aus wie ich sie mir vorgestellt hab.

    naja trotzdem freu ich mch drauf :)

  2. roman sagt:

    (den jean hab ich mir so vorgestellt, nur etwas gruseliger. )
    und bestimmt ist der trailer wieder besser als der film. aber wir werden sehen.

  3. Eva sagt:

    Ich hatte den Trailer vor dem Buch gesehen und somit die Figuren vor Augen beim Lesen. Damit kam ich ganz gut zurecht, ich mag vor allem Baldini.

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