Wenig Sympathie

Im Sonderzug nach Paderborn setze ich mich einem hageren Mittvierziger mit unglaublich langen Beinen gegenüber und esse mein Stück Pizza. Neben ihm liegen Krücken. Er blickt mich eindringlich an und zieht dann mehrere Wirtschaftsbücher aus seinem Rucksack und eins über den Bau irgendeiner Brücke. Immer wieder schaut er mich an, ich versuche es mit Grinsen, bekomme aber keine Reaktion. Ich glaube so etwas wie Verachtung aus seinen Blicken zu lesenund frage mich, was ich getan habe. Muss ich mich jetzt fürchten? Er guckt. Ist doch auch egal. Ich esse. Da kramt er noch einmal in seinem Rucksack und holt einen Apfel heraus, der mehr gelb ist als rot. Nach den ersten großen Bissen sagt er: “Das sieht ja sehr gesund aus.” – “Ihres auch”, sage ich und er erzählt, dass er früher nie überbackenen Käse mochte und heute Tiefkühlpizzas hasst. Ich erwähne meine Schwester, die von ihrer Margherita immer sämtlichen Belag herunterschiebt. Er fragt mich, ob ich in Düsseldorf studiere und wo ich herkomme. Er bekommt ausweichende Antworten und ich bin froh, dass er nicht ebenfalls in Essen den Zug verlässt. Beim Aussteigen stoße ich versehentlich zwei Mal gegen seine Beine.

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  1. Immerhin, er hätte noch besoffen und aggressiv sein können.

  2. Kathi sagt:

    Letztens saß neben mir in der RB von Frankfurt nach Darmstadt ein Mann, der Cola trank und dabei ständig rülspte. Vielleicht dachte er aufgrund seiner lauten Musik in den Ohren, dass es niemand hörte.

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