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Herr Roman wohnt hier.
Oben am Himmel zwei dunkle Punkte. Sie bewegen sich in wilden Kringeln und Wirbeln und werden langsam größer. Es sind zwei Vögel, kleine flatternde Piepmadsen. Sie sind kugelrund mit gelb-orangefarbenem Gefieder und haben zu kurze Flügel, die sie ganz schnell bewegen müssen um in der Luft zu bleiben. Da kommt das Steuern schonmal zu kurz. Dann krachen sie kurz gegeneinander im Flug und prallen voneinander ab und schwirren rum, dass einem schwindelig wird. Langsam nähern sie sich der Erde. Ihre Federn leuchten in der Sonne, die kleinen Schnäbel sieht man kaum. Dann fallen sie, vom Himmel herunter, und der dicke Piepmatz fällt auf den kleinen Piepmatz und es macht puff… puff…
Ein weißer Blitz teilt den Himmel entzwei, der sich verdunkelt und bitterlich weint.
Diese Runtergekommenheit des Landes im Sommergewitter.
„Und wir erleben im Regen, wessen Wege es sind,
Wenn wir schicksalsergeben uns im Tal begegnen,
Um Tränen zu zählen im Rinnsal des Lebens.”
Thomas D.
Wenn das nächste Mal das tiefe Grollen aufzieht, dumpf hinüberschwillt in unsere Richtung, werde ich barfuß auf die Straße laufen und mich tanzend am heißen Teer verbrennen bis erste Tropfen auf meine Arme fallen – wie Brailleschrift. Dann ziehe ich das Band aus dem Haar und stelle mich in ein Straßental und warte bis sich eine Pfütze bildet, die meine Füße kühlt. Und dann springe ich und alles fliegt, die Haare, die Arme, der Rock, und die Tropfen, aber in die andere Richtung. Und wenn all das Wasser kommt, dann fliege mit mir, spring mit mir, tanz mit mir.
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Kultcast #30 (9,39 Minuten | 8,9 MB) |
„Ich hoffe nicht, dass es nötig ist zu sagen, dass mir an Salzburg sehr wenig und am Erzbischof gar nichts gelegen ist und ich auf beides scheiße.“
Wolfgang Amadeus Mozart
Da ich Wien noch nicht gesehen habe, halte ich Salzburg für die schönste Stadt Österreichs. Es mag an den bevorstehenden Festspielen gelegen haben, den weltberühmten, die heute beginnen: Dieses Mal kam mir die Stadt besonders feierlich vor. Wahrscheinlich macht das die Vorfreude auf so viel Musik, so viele Gäste, so viel Aufmerksamkeit, die die Stadt in dieser Zeit umgibt.
Salzburg hat eine Uni mit vielen jungen Menschen und eine wunderbare Altstadt. Es erfüllt also die Hauptbedingungen. Aber noch dazu hat es einen breiten Fluss, eine riesig große Burg und, nunja, dieses gewisse Etwas. Die Stadt vermittelt den Eindruck, etwas besonderes sein zu wollen. Hier passiert das nicht von selbst, sondern man hilft etwas nach. Unbewusst, vielleicht. Während in anderen Städten die Straßenmusiker mit Gitarre oder Ziehharmonika bezaubern, erklingen hier ganze Streichquartette und sogar eine Harfenistin. Es gibt Läden, die ausschließlich Christbaumschmuck verkaufen! Oder bloß Osterdekoration! Es gibt Geschäfte, die sich auf originalen Schmuck aus den 50er Jahren spezialisiert haben und Dirty Dancing-Sonnenbrillen tageweise verleihen. Das alles klingt entrückt, und vielleicht so gar nicht gemütlich. Ist es aber!
2006 ist Mozartjahr. Die ganze Stadt ist im Mozarttaumel, als wäre an Silvester eine kostenlose Amadeusdroge unter der ganzen Bevölkerung verteilt worden. Wo immer man hinschaut: Nicht bloß Mozartkugeln, nein, auch Mozarteis und Mozartjoghurt, Mozartparfüm, Mozartführungen, Mozartmuseen, als Mozart verkleidete Menschen und mozartfanatische Japaner, die noch viel mehr Mozart finden und fotografieren. Das alles klingt entrückt, und vielleicht so richtig übertrieben. Ist es aber nicht!
In der Getreidegasse steht, gegenüber einem kleinen Platz, ein wunderschönes goldgelbes Haus mit der Nummer 9. Das ist Mozarts Geburtshaus und eines der zahlreichen Mozartmuseen. Allerdings ein ganz besonderes: Es wurde von einem amerikanischen Künstler gestaltet und ist so nicht bloß reine Exponateschau, sondern auch Bildersprache und Inszenierung und, ja, Komposition. Es ist genau die richtige Portion Mozart für den, der sich versehentlich dieses Jahr in die Stadt verirrt hat, ohne an das österreichische Wunderkind zu denken. Einfach den Vormittag abwarten, wenn die Schulklassen und griechischen Pfadfindergruppen da sind, und nachmittags jetzt entspannteren Angestellten erzählen lassen.
Und anschließend den Mozarthebel wieder umlegen und Salzburgs andere Seiten kennen lernen. Die verrückte, die altbackene, die moderne, die österreichische, die künstlerische, die wirtschaftliche, die gemütliche… Sich treiben lassen ist einfach, in dieser Stadt.
Kommentiert
Yannic: Herzlichen Glückwunsch! Hat sich in meinen Augen schon auf den JMT 2009 abgezeichnet. War – wie hier schon treffend gesagt – nur eine...
Marco: Ich wusste anfangs garnicht, dass der Film auf einem Buch basiert! Ich fand oder finde den Film wunderschön, er hat alles was ein Hollywood-Drama...
lisa: Eva, das ist ja Wahnsinn. So ein – Glück. Vor allem auch für die Macher, dich gefunden zu haben. Ich wünsche viel Erfolg und bin gespannt! (Du...
Anne: Sehr sehr fein! Freu mich schon auf mehr! Liebe Grüße und noch ein feines Wochenende! Anne