Der zweite Geburtstag war ganz toll!

Drei Freunde, viele Schlangen

Wir haben ein Picknick gemacht. Picknick, das ist überhaupt eine der besten Formen des gesellschaftlichen Beisammenseins, die ich kenne – auch, wenn sie nur im Sommer funktioniert. Neben dem angenehm warmen, niederschlagfreien Wetter ist der gute Ort eine der absolut wichtigen Voraussetzungen. Meiner Meinung nach eignen sich vor allem halbwegs wilde Grünflächen, angereichert mit einigen Laubbäumen. So eine fanden wir im Stadtpark, am hinteren Ende. Die Apfelwiese neben dem kleinen Skateplatz.

Am lauen Abend trafen wir ein, legten erste Decken zu einer großen Patchwork-Picknick-Decke zusammen und drehten die Musik an, aber nicht laut. (Der Buena Vista Social Club eignet sich, wie so oft, vorzüglich.) Von der Halfpipe drang das ewige Rauschen der Rollen herüber und leitete den übliche Boarderreggae in unsere Bäuche.

Zwischen den Bäumen ging die Sonne unter, auf stiegen die Gerüche verschiedenster Speisen. „Pic un nic“, so kam es einst aus dem Französischen, das bedeutet „Nimm dir eine Kleinigkeit“. Wenn man bei der Einladung zu einem Picknick so etwas sagt wie „Ich kümmere mich um die Getränke, bring du dir eine Decke und irgend etwas zu essen mit“, dann spielt man ein bis in die letzte Minute undurchsichtiges, aber oft überraschend gutes Blatt. Wir hatten kalte Pizza und frischgebackene Brownies, Kirschen und Nussmischungen, kroatische Bonbons und verschiedenste Schokolade.

Am besten läuft jede Party, wenn man so wenig wie möglich plant. Dieses Unterfangen war so gut wie ungeplant. Als nützliche Utensilien erwiesen sich aber der wasserfeste Stift, der eigentlich bloß gedacht war, um Becher zu beschriften, sowie der geschenkte kleine Ball. Am Ende rätselten wir und spielten sinnlose Spiele. Sagt jemandem das „Hoch-Tief-Spiel“ etwas? Oder der Satz „Ich gebe Messer und Gabel über Kreuz weiter“? Falls nicht, ihr seid herzlich eingeladen beim nächsten Mal. Das wird sehr lustig.

Wenn es kalt wird, muss man ein Picknick oft gezwungenermaßen auflösen. Dann ist es meist schon dunkel, sodass man noch eine Viertelstunde durchs inzwischen feuchte Gras robbt, auf der Suche nach einem Schlüsselbund, einer Plastikdose, einer Fahrradpumpe. Ist alles gefunden, fällt die Trennung schwer. Dann ist es gut, wenn zufällig eine weitere Veranstaltung irgendwo in der Stadt stattfindet. Für tanzwütige, glückliche Menschen eignen sich musikalische Vorstellungen jedweder Coleur.

Wenn dann, irgendwann nachts, jeder vom wilden Springen und Tanz so nass geschwitzt ist wie das Gras es in wenigen Stunden vom Tau sein wird, wenn alle Umstehenden sich wundern über dieses wilde, freudige Gehopse – das noch dazu so toll aussieht – und denken, wir müssten doch völlig betrunken sein, dann ist es langsam Zeit nach Hause zu gehen. Und irgendwann, kurz vor dem Bett, fällt einem ein, dass man die O-Saftflaschen im Gras hat liegen lassen.

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