Archiv für Mai, 2006

Kultcast #25

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   Kultcast #25
(8,20 Minuten | 7,6 MB)

ein buch

ein buch
das ist etwas wundervolles, zauberhaftes
du kannst darin versinken
du kannst es überfliegen
du kannst
lachen
weinen
den atem anhalten
mitfühlen
die seiten zerknicken
den einband anmalen
die rechtschreibung berichtigen
dich über den text ärgern
oder freuen
du kannst dein buch
nicht mehr loslassen, ehe du es fertig gelesen hast
verfluchen, wenn es ein schulbuch ist
zur seite legen und darüber nachdenken
wegwerfen, aber nur wenn es ganz furchtbar schlimm ist.
und anschließend schreibst du einen brief an den autor.

Doch noch WM-Content

Deutsche Geschichte

Ich bin jetzt gedruckt in der Neon. Meine Karriere geht steil bergauf.
- Vonwegen.

Vom 22. Januar bis 2. Februar 2007 werde ich ein Praktikum machen. Die Schule schreibt das vor. Es darf nicht im väterlichen oder mütterlichen Betrieb sein, Fahrtkosten für einen Platz im Umkreis von 25 km werden übernommen. Für einen Nahrungsmittelbetrieb muss man sich zuvor einer gesundheitsärztlichen Belehrung unterziehen. Ein Auslandspraktikum ist im Einzelfall möglich.

Ich gehe nicht zu Papa, ich gehe weit weg. Aber nicht ins Ausland, denn ich brauche meine Sprache. Und mit Essen werde ich höchstens in einer Kantine in Berührung kommen, oder aber an einer Kaffeemaschine (ich bete, dass nicht). Ich will in eine Redaktion. Darum muss man sich sehr früh kümmern, weil: Alle wollen in eine Redaktion. Alle beschweren sich über die bösen Journalisten, trotzdem glauben alle, was in der Zeitung steht. (Das ist, nebenbei, eines der größten Rätsel des Journalismus. Sagt Jan-Martin Wiarda.) Und trotzdem strömen alle in diesen Beruf.

Für die Anrufe öffne ich ein Word-Dokument und schreibe die tollsten Redaktionen auf. Dann sammle ich die Telefonnummern. Neon steht ganz oben in der Praktikumswunschliste. Aber Neon sagt, das ist doch langweilig hier, so langsam. Man würde in zwei Wochen ja nicht einmal eine ganze Produktion mitbekommen. Praktika nur ab drei Monaten. Jan-Martin Wiarda sagt, alles, was länger ist als zwei Monate, hat gleich diesen Ausbeutungs-Geruch. Den Kaffee-Geruch. In der Medienbranche dauern Praktika fast durchschnittlich drei Monate. Die Medienbranche hat den Begriff „Generation Praktikum“ geprägt. Weil sie die Studenten herumreicht. Aber auch nur die.

Als Schüler bei einer großen Zeitung oder Zeitschrift unterzukommen, scheint fast unmöglich. Aus Glauben an die gute Sache rufe ich trotzdem bei allen an. Welt, FAZ, Süddeutsche, Bild. Man macht das grundsätzlich nicht mehr. Spiegel, Focus, Stern. Das Gleiche. „Bei Schöner Wohnen kann man allerdings eins machen.“ Da habe ich schon längst bei Frau Kuttner in der Redaktion angerufen. Sie sind sehr nett dort. Wissen nicht genau bescheid, rufen aber noch am gleichen Abend zurück: Nein, sorry. Ich drücke Strg+A und färbe alles rot.

Dann: Die V.i.s.d.P., da geht was. „Was, so früh meldest du dich?“ Und die Musikmagazine sind grundsätzlich offen. Céline war bei der Spex, unclesally*s empfängt auch mit offenen Armen, und der Visions sollte man einfach mal eine Mail schreiben. Morgen noch ein Anruf beim WDR. Da wird grundsätzlich nur für Eins Live oder die Sendung mit der Maus vergeben. Mit Sonderwünschen wie „Zimmer frei!“ oder „Wissen macht Ah!“ soll man sich ab Dienstag an Frau K. wenden. Ich habe ihre Nummer und färbe sie blau. Die Online-Redaktionen, jetzt.de und zuender, die sagen übrigens erst „hmm, dann versuch es einfach mal“, wenn man erwähnt, dass man schon ein Praktikum in der Online-Redaktion des Handelsblattes gemacht haben wird. Das wirkt bei Neon aber auch nicht, beim zweiten Versuch.

Irgendwann schaue ich da trotzdem mal vorbei. Das habe ich mir fest vorgenommen.

P.S.: Sollte jetzt tatsächlich jemand unter meinen geschätzt-geliebten Lesern einen Überschuss an Vitamin B haben – meine E-Mailadresse lautet post@hurra-blog.de. Ich verschenke Buttons und Schokokekse. (Und Paniniaufkleber!)

Kultcast #24

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   Kultcast #24
(7,21 Minuten | 6,8 MB)

Gedankensprünge II

Placebos stellen bloß.