Venezia hat wieder geöffnet
Die beste aller Eisdielen der Stadt – abgesehen davon, dass es ja wirklich in jeder Stadt sowohl eine Eisdiele namens Venezia als auch eine namens San Remo zu geben scheint. Napoli sind dann immer die Pizzerien. Venezia jedenfalls hat singende Verkäufer, die abends spät immer italienische Soaps auf einem kleinen italienischen Fernseher schauen und schon genau wissen,d dass Mama und Papa immer ein Tartufo (?) essen. Nur ich kann mich oft nicht gleich entscheiden. Aber die Weiße-Schokolade-Phase ist dieses Jahr wohl vorbei.
Die Vögel zwitschern wieder
Wunderbar, wenn man neben einem Wald wohnt und der Hahn des Nachbarn vor ein paar Jahren gestorben ist, komisches Gefühl, wenn einem alle einreden, dass jetzt jedes gefiederte Lebewesen die Vogelgrippe hat und im Radio vor “intensivem Körperkontakt” mit eben diesen gewarnt wird. Trotzdem bleiben sie mir der liebste Wecker.
Morgens wieder mehr als zehn Meter Sicht
Die Schule, die mit ihren teils beleuchteten, teil dunklen Fenstern jeden Tag wie ein Adventskalender wirkte, war zar sehr schön, aber nach drei Monaten reicht es dann auch, dann will man beim Betreten des Schulhofs lieber wieder daran denken, sich während der Pause draufsetzen zu können statt sich den Frost aus den Beinen springen zu müssen. Und das heißt auch, dass bald die Lampe an der Haltestelle ausgeschaltet wird – der Wackelkontakt hat doch echt den ganzen Winter lang genervt.
Die Sonne lacht wieder
Zumindest zeitweise, und das ist ein erster Schritt, den ich lieber übertrieben positiv bewerte als ihn winterlich-depressiv zu verdrängen. Außerdem macht mich der Gedanke daran, in zwei, höchstens drei Monaten wieder ohne Jacke Radfahren zu können enorm springfreudig.
Die Menschen auch.


Tartufo dürfte die Trüffel sein.
Das Wort verfolgt mich!
Die Homepage eines befreundeten Malers (mit dem ich leider nicht mehr in Kontakt stehe), hört unter anderem auf den Namen http://www.tartufo.de
Letzte Woche las ich dann zum zweiten oder dritten mal Hannibal von Thomas Harris…ihr wisst schon, Hannibal Lecter der Kannibale, Clarice Starling und Florenz.
Jedenfalls ist dort bianci (?) tartufi die Rede, was als weiße Trüffeln übersetzt wird.
Warum heißen Eiscafés eigentlich überall Venezia?
Der Herr Venezia. Klein, dick, frech und doch sehr liebenswürdig. Seine Frau Donna Anna. Sie wohnten an einem Berg. Verzweigte Gassen und eine kleine Eisdiele. Die Eisdiele vom Herrn Venezia. Mit Farbe stand der Name auf einem langen Holzbrett, das über der Theke hing. Das Eis, es war das beste in der Stadt, war so bekannt, dass sogar Leute von auserhalb kamen, abgesehen von der riesigen Venezia Familie, um das Eis zu genießen. Der kleine Herr Venezia, italienische Familien: groß, weit, sehr groß, war anders als der Rest seiner Familie. Schwestern, Brüder, Vetter, Enkel. Alle waren sie ausgewandert. Aus der Stadt aus dem Land.
Mit Name und Rezepten. Wollten das große Geld. Wollten kein gutes Eis. Nur, im Sinne des Geldwahns, Matsch (wie San Remo). Der Herr Venezia war geblieben und machte herlisches Eis.
ganz herlisch ^^