Sie spielen es schon eine halbe Ewigkeit. Seit 5000 Jahren. So in etwa. Wo es herkommt, weiß deshalb keiner so genau. Das älteste Brett fanden sie im Iran, in einer Stadt, die heute die Verbrannte genannt wird. Gute 1000 Jahre später spielte Tutenchamun. Er spielte es so oft und gern, dass er sich sogar gleich vier Bretter mitgeben ließ in sein Grab, damit es ihm in seiner Ewigkeit nicht langweilig würde. Er nannte es aber noch anders. Bei Tutenchamun hieß Backgammon Senat.
Überhaupt gab es viele Namen dafür in all der Zeit. Aber das kann man ja auch schlecht verbieten, in tausenden Jahren. Da haben sich so viele Worte geändert. Nur einige Wenige blieben übrig. Roman zum Beispiel, die Römer von damals nannten sich schon immer so. Aber die gibt es auch noch nicht ganz so lange. Bei ihnen hieß das Spiel übrigens Ludus Duodecim Scriptorum. Und Caesar hat es auch gespielt, klar.
Irgendwie schafften er und seine Kollegen es, Backgammon überall zu verbreiten in Europa. Während die Kirche stets gegen das Glücksspiel wetterte, alle davon abzubringen versuchte, kam es zu den kleinen Leuten. Irgendwann spielten es alle. In England musste König Löwenherz Gesetze machen, weil seine Soldaten spielten statt zu kämpfen (was sie heute auch mal machen sollten. Aber ich glaube, die Amis sind nicht so Brettspieleverrückt, oder?). Da durfte dann nur noch um Geld spielen, wer mindestens ein Ritter war.
Und jetzt springen wir kurz in der Zeit, von Löwenherz über einen Mann, der im 18. Jahrhundert die Regeln aufschrieb, endgültig, so, wie sie noch heute sind, rüber hinter den zweiten Weltkrieg. 1964. Da gibt es ein erstes richtiges Turnier, ausgerichtet von, klar, einem Prinzen. In, klar, Las Vegas. Und da ging der Hype los. Jetzt findet dieses Turnier jedes Jahr statt. Jetzt gibt es Bücher und Studien und Weltmeister. Und jetzt heißt es Backgammon.


Hier ist es so kommentarlos.
Brettspiele konnte ich noch nie leiden. Alle anderen Spiele übrigens auch nicht.
Also, die Frage: Was ist gut an Brettspielen? Während alle Welt mit dem “25 Spiele in einem Kasten”-Kasten spielte, habe ich aus den bunten Hütchen, Steinchen und Figürchen Fabelwelten erbaut.
die roten suchten die grünen, aber die blauen wollten das immer verhindern. es gab dann ein riesiges durcheinander. die einen versteckten sich dann im kasten die anderen oben drauf. ich weiß nicht mehr wie es genau war, aber so irgendwie, damals, als wir klein waren. ja.
Brettspiele sind doch toll! Allein das Steingeklacker bei Backgammon, und diese Mischung aus Glück und Strategie. Und dann die Tatsache, dass man nur in Gesellschaft spielen kann, den anderen quälen oder gewinnen lassen kann und er gleichzeitig immer für eine Überraschung gut ist und dass sich, vor allem bei diesem Spiel, alles in letzter Minute drehen kann – toll. Was spielst du denn noch, Kathi? Hast du ein paar Kindheitsspiele erhalten oder neue entdeckt?
Ich habe nie gespielt und wollte nie Neues entdecken. Spiele sind doof. Früher hab ich mit meiner Oma Dame, Mensch-Ägere-Dich-Nicht (was im schwedischen den schön kurzen Kunstnamen “fia” hat, übrigens, viel besser als dieses lange Mensch-Ägere-Dich-Nicht) oder Memory gespielt, da war ich ganz gut, aber eigentlich habe ich das nur gemacht, damit meine Oma nicht so alleine und gelangweilt ist. Ich habe nie Spiele besessen, außer einem Sendung-mit-der-Maus Domino, und das habe ich letztens original verpackt auf einem Flohmarkt verkauft.
Ich hab mir lieber Sachen ausgedacht als auf das blöde Schicksal zu setzen oder langweilige Spielregeln zu befolgen.
Ich habe zum Beispiel Bücher geschrieben (über ein Wüstenpferd), Filme gedreht, die man sich nicht ansehen konnte, Höhlen gebaut oder so.
Wenn ich es mir recht überlege: Nichts wo man hätte gewinnen oder verlieren können. Diese Einstellung habe ich heute noch.
Ich bin übrigens nicht auf der Waldorfschule.
hm wenn mans so recht überlegt dann ist filme drehen und bücher schreiben um längen cooler als spiele spielen :)
aber da ich dazu nicht talentiert genug bin war und bleib ich immer spieler!