“Haben wir wieder was gelernt.”

Markus Kavka steht für Mixtapes, gute Witze und vor allem eins: Die Königsklasse der gepflegten Indiepopanmoderation. Oder so. Jedenfalls wandelt er inzwischen seit gut vier Jahren abseits der plattgetrampelten Mainstreampfade durch den großen Dschungel der Indiemusik, präsentiert uns die schönste Früchte aus eben diesem wöchentlich in seiner Sendung Spin. Montags, 23 Uhr, MTV. Das heißt, er präsentierte. Denn für 2006 stand die Absetzung des Formats auf dem Plan. In einem offenen Brief verkündet er diese auf der MTV-Website und schockt damit ein zurückhaltendes, kleines, aber treues Publikum, das über die Jahre stets wuchs und scheinbar doch nicht helfen konnte, die wenigen Perlen des deutschen Musikfernsehens zu retten.

Denn nicht viel anders erging es schon vor ziemlich genau einem Jahr Kavkas Kollegin, der herrlichen Charlotte Roche. Ihrer Sendung Fast Forward wurde damals ein radikales Ende gemacht, was großen Protest auslöste. Nach einem kurzen Abstecher zu Pro Sieben zog sich Charlotte vorerst zurück – und erscheint jetzt überraschenderweise wieder mit einem regelmäßigen Sendeplatz auf dem Bildschirm: Bei Arte moderiert sie seit Anfang des Jahres das Musikmagazin Tracks (donnerstags, immer um Mitternacht rum), als sei sie aufgewacht, Herrn Kavka abzulösen.

Ihre erste Folge lief am 5. Januar und gefiel sehr: Statt durch den Indiejungel wanderte Charlotte Roche durch Köln, erklärte diese zur europäischen Metropole des Punk. Und wenn sie vor dem Dom die drei Hauptbewegungen des Punks vorführt, lässt sie Spin für einen kurzen Moment vergessen. Pogen in Stöckelschuhen – Respekt! Auch sonst hat sie für diese Sendung, die durch Experimentierfreude und guten Humor – zwischen den Zeilen – glänzt, durchaus Respekt verdient. Überhaupt ist Tracks mit seinen etwas anderen Themen sicherlich sehenswert.

Trotzdem unterscheiden beide Formate sich viel zu sehr, um sich ersetzen zu können. So bleibt nichts anderes übrig, als noch mehr Vorfreude auf neue Folgen von Kavkas Zuender-Kolumne zu packen. Ein „Vielen Dank für die Aufmerksamkeit“ gibt es da allerdings auch nicht.

6 Kommentare

Du willst auch was sagen?
Kommentar schreiben

  1. roman sagt:

    da weiß man nicht ob man weinen soll oder nicht. um den indie am leben zu halten sollte man vielleicht einen podcast machen der genau jene perlen rausfischt, die im fernsehen nicht mehr fern zu sehen sind. podcast gehen ja heutzutage weg wie warme semmel.

  2. Eva sagt:

    Auf Podcasts von den Betreffenden, sprich Kavka, Roche und vielleicht auch mal Kuttner, warte ich ja eh. Kommt schon. Redet doch sonst auch so viel (und gut).

  3. Kristof sagt:

    Heda, Gretulation zum neuen Layout. Endlich passen auch die Boxen wieder.

  4. DzIkUsSeK sagt:

    czee na pewno nie zrozumiesz nic co tu pisze…
    ale ja sie tym nie przejmuje..
    bo ja tez nie rozumie co tu piszesz….
    hehe….
    chcialam tylko powiedziec ze masz fajnego blogaska…:*

  5. David sagt:

    *schock*
    oh mein gott :(
    rockzone is doof…

    aber man bemerke die letzte playlist:

    Oasis – “Don’t Look Back In Anger”
    Maximo Park – “Going Missing”
    Depeche Mode – “Enjoy The Silence”
    Kaiser Chiefs – “I Predict A Riot”
    Manic Street Preachers – “Everything Must Go”
    Radiohead – “Street Spirit”
    Blur – “To The End”
    Tomte – “Die Bastarde, die dich jetzt nach Hause bringen”
    Editors – “Bullets”
    The Verve – “History”

    ist dursetzt mit kleinen auf wiedersehen, wir werden euch vermissen etc. lieder versehen ;)

  6. Eva sagt:

    Ja, wie im Brief erwähnt handelte es sich schließlich um eine Konzeptsendung. Sie waren halt einfach putzig, was? (;

Kommentar schreiben

Schenk mir deine Worte.