Archiv für November, 2005

Außenreporter

Man kann sogar auf ihm sitzen!   

Kleiner weißer Schneemann, du,
mit der roten Nase
Schließe beide Augen zu
Schau die Frau’n nicht an
Denn wenn du ein Mädel siehst
Kommst du in Ekstase
Und wenn dann dein Herz zerfließt
bist du Toter Mann

Götz Alsmann

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  Erzähltes samt Stürmen und Schreien
(4,30 Minuten | 4,1 MB)

Impressionen, durch und durch weiß

Sarah ist abwesend: Heute Abend doch noch raus – Schneeballschlacht (;

Dachlawinen, rüschörüschörüschö. Und keine Geräusche mehr, denn Autos fahren nicht und Schnee ist das lautloseste Wetter, das es gibt.

Max ist abwesend: Schnee schippen.

Papa: „Haben wir genug Kerzen? Und wo ist das Monopoly? Das wird ja ein gemütlicher Abend heute.“

Winamp Random: „Vielleicht ist es bloß ein Zufall, dennoch find ich’s wie verhext: Da draußen liegt tatsächlich Schnee, und manchmal fand ich’s sogar gut, ich kleiner Junge, der ich bin“ (Tomte, Reality TV)

Opa und seine Geschwister mussten früher jeden Tag durch diesen Schnee zur Schule. Laufen. Und kaum verging ein Tag ohne tränenreiche Rückkehr. Wenn Uroma schon mit Schüsseln heißen Wassers darauf wartete, halb abgefrorene Glieder zu retten.

„Besonders betroffen sind die Kreise Borken und Steinfurt.“ Ich wohne in Borken City.

Katastrophenalarm.

250.000 Menschen erleben jetzt ihre dritte Nacht ohne Strom. Leiden. Und lernen wertschätzen.

Bei uns waren es gestern Abend vier Stunden. Dieselloks und Candlelight-Dinner. „Endlich mal Zeit zum E-Gitarre spielen.“ Chinalampe. Eine dunkle, leblose Stadt und ein dunkler Weihnachtsmarkt mit überraschend belebten Punschständen (Taschenlampenmenschen). Und doch nichts vermissen, weil man nur die richtigen Menschen um sich haben muss.

Sich drinnen über draußen freuen.

Schneeadler und Schneeballschlacht – Kapitulation. Wir waren stärker, aber sie waren frecher.

Und das Beste: Morgen schneefrei.

Weihnachtsstimmung ist für mich eigentlich eher Winterstimmung.

Eigentlich vier Stunden haben, wie die ganze Schule. Sich nach der Vierten also zur Bushaltestelle kämpfen durch das unglaubliche, nie dagewesene Schneegestöber, und dort auf die Busse warten. Zwischendurch von kleinen Jungs mit Schneebällen und permanent von den Bäumen mit Eiskugeln beworfen werden, noch dazu immer noch im Schneesturmgestöber. Angst haben um die Gitarre auf dem Rücken, vonwegen Steinschlag oder Wasserschaden. Nach zwanzig Minuten feststellen, dass die Hand- und Schuhe der anderen jetzt durchgeweicht und alle Ohren rot sind, dass aber auch alle anderen Busse außer dem eigenen schon da und sogar abgefahren sind. Sich mit fünfzig Leuten in den Dorfgrill quetschen und eine weitere Viertelstunde warten. Um 12 statt 11 Uhr plötzlich den Bus sehen. Gemeinsam mit dem Fahrer feststellen, dass da ein Baum quer über der Hauptstraße liegt und die Polizei alles abgesperrt hat. Den Umweg fahren. Statt 15 Minuten 45 brauchen. Dann kollektiv rausgeschmissen werden, ausgerechnet an der einen Haltestelle vor der eigenen. Statt den empfohlenen Umsteigebus zu nehmen einfach im Pulk nach Hause laufen (und schneller als der Bus an der Halte sein). Dann nach Hause kommen, alle Sachen irgendwo aufhängen. Feststellen, dass die Gitarre in Ordnung ist, aber alle Schulhefte und auch die liebsten Notizbücher unten aufgeweicht sind. Dann erstmal heiß duschen, drei Lieder von Jet lang. Dabei richtig gute Laune bekommen.

Und dann, beim Blick auf die vom Wasser verschrumpelten Finger, die eben noch rot und unbeweglich waren, denken: So sieht der Winter aus. Und dass es doch eigentlich gar nicht so schlimm war.

Video killed the Radio Star?

Zu Anfang dieser Woche entdeckte ich bei Lena ein paar Musikvideos, die sie von einer Website verlinkt hatte, die einfach nur Musikclips sammelt. Leider sind sämtliche Videos und Links inzwischen verschwunden, ich sah aber sofort nach der ein oder anderen Band. So wurde ich bei Tegan and Sarah sofort fündig (!!) – Fehlermeldung jedoch bei New Order. Plötzlich kam mir nämlich dieses eine Video wieder in den Sinn, das ich irgendwann im Frühjahr gesehen habe – ein einziges Mal. Der Clip zu New Orders “Krafty”, der mir sehr, sehr gefallen hat. Damals lief so etwas noch, auf onyx. Kennt jemand onyx? Inzwischen gibt es den Sender nicht mehr und ich sehe kein Musikfernsehen mehr. Aber ich suchte nach dem Video. Fündig geworden bin ich auch. Es ist das beste Video. Mindestens des Jahres.

Ihr findet es hier (für Windows Media-Menschen) und hier (für Real Player-Menschen) zum Herunterladen.

Was für ein kranker Kultcast!

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   Erzähltes samt Schniefen und Niesen
(6,09 Minuten | 5,6 MB)

Oh du mein benebeltes Hirn. Wo bist du. Etwa auch in der Bauchtasche?

Gestatten, das Modell: Kranker Koala

P.S.: Hier wird trotz Krankheit gearbeitet, man bittet, das zu würdigen! Har, har.
P.P.S.: Quatsch. Als wenn das Arbeiten wäre. Nein. Zurück.
P.P.P.S.: Aber ihr merkt schon, ich bin ein bisschen wirr. Das machen die Taschentücher.
P.P.P.P.S.: Wie könnte man auch anders, wo man doch nicht mal mehr BROT SCHNEIDEN KANN, weil die Kraft fehlt??! (Aber leiden geht noch sehr gut. Hehe. (Deutsch halt.))