Bill Gates war 16 Jahre alt, als er mit einem Freund die Firma “Traf-O-Data” gründete. Diese war der Grundstein zu jenem Unternehmen, das heute “Microsoft” heißt und seinen Eigentümer zum reichsten Menschen der Welt machte. “Eigentlich wollte ich immer jünger sein als Bill Gates, wenn ich meine erste Firma gründe”, grinst Julian Krick. Das hat er nur knapp nicht geschafft.
Vor einem Jahr kam Julian Krick und seinem Freund Cornelius Balzer die Idee, ihr Können auf den Gebieten Programmierung und Webdesign in bares Geld umzuwandeln: “Das war aber nicht der einzige Grund”, erklärt Cornelius Balzer. “Neben der Aufbesserung des Taschengelds wollten wir auch dazulernen und Erfahrungen sammeln.” Um zudem Dienstleistungen im Bereich Elektrotechnik anbieten zu können, holten die beiden einen weiteren Mann ins Boot: Gemeinsam mit Noél Büchte gründeten die 16-Jährigen die Firma “directec”.
Zu Beginn informierten sie sich gründlich, um einen Businessplan aufzustellen, in dem sie ihre Geschäftsidee beschreiben, das Marktumfeld ihres Unternehmens analysieren und Kosten und Umsätze einschätzen mussten. Ein halbes Jahr dauerte dies.
Der Businessplan von “directec” beinhaltet auch den Unterpunkt “Das Problem mit der Minderjährigkeit”. Hier gehen die Jugendlichen auf eventuelle Vorbehalte ein, die Kunden angesichts ihres Alters und der fehlenden Ausbildung haben könnten.
Diese mangelnde Professionalität, die es höchstens im betriebswirtschaftlichen Bereich gebe, mache man aber durch niedrige Preise wett, so die drei Jungunternehmer selbstbewusst.
Misstrauisch oder ablehnend sei ihnen bislang niemand begegnet. Im Gegenteil: Es liegen bereits erste Aufträge vor. “Viele Leute wundern sich, dass wir dazu überhaupt Lust haben und bereit sind, so viel Zeit zu opfern”, berichtet Noél Büchte.
Nachdem der Businessplan von der Industrie- und Handelskammer geprüft und für gut befunden wurde, warten die drei nun auf einen Termin beim Vormundschaftsgericht, das sie für geschäftsfähig erklären soll.
Ein erstes Projekt ist schon fertig: Der Online-Shop eines einheimischen Künstlers. “Dafür habe ich eine Woche lang bei Cornelius gewohnt”, erzählt Julian Krick. Natürlich komme es auch vor, dass man nicht so motiviert sei. “Der Vorteil daran, dass wir das nicht hauptberuflich machen, ist sicherlich, dass wir uns unsere Arbeitszeiten aussuchen können”, schätzt Julian Krick.
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt ihnen allerdings nicht, denn weitere Aufträge warten: Einige Vereinswebsites befinden sich bereits im Aufbau – Aufträge, die ihnen durch Kontakte ihrer Eltern und Bekannten vermittelt wurden.
Und auf die Unterstützung der Eltern ist das Trio gerade in der Anfangsphase angewiesen. Da wird dann auch schon mal ein Auge zugedrückt, wenn die Söhne abends noch spät vor dem Rechner sitzen.
Westfalenpost, 17. Juni 2005
3. Platz “Go! to school”-Schülerjournalistenwettbewerb



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