Archiv für Juni, 2005

Wir sind Weltrekord. 2.

Weil das Interesse größer ist, als ich erwartet hatte:

Und dann lagen wir da und sie kitzelten uns. kitzelten uns.
Damals machten noch die Kleinen die leichtere Arbeit. Und wurden bunt. Yeah, Thorsten, gibs uns!
Der frühe Vogel kriegt das beste Bild. Die rocken, die Jungs!

Die Fotos sind schon älter. Vor einigen Monaten trugen wir noch dickste Pullis (sind deshalb auch aller dicker auf dem Bild) und hatten kindlichere Gesichtszüge. Draußen war es noch zu kalt, und die Kleinen waren noch kleiner. Heute ist alles anders, wie schnell es sich verändert.

Wir sind Weltrekord.

Meine Schule ist ganz toll, sie malt das längste Bild der Welt. Zumindest der Anfang hat sogar noch Spaß gemacht: Im Winter wurden wir klassen- und doppelstundenweise, bewaffnet mit unangespitzten 6B-Bleistiften, in große Räume verfrachtet, wo wir uns auf Stoffbahnen legen und von den Mitschülern verumrissen lassen mussten. Das hat Spaß gemacht, weil wir natürlich sehr extravagante Positionen einnahmen und daraus der ein oder andere Lachanfall oder plötzliche Krampf hervorging. Und gekitzelt wurde viel, klar.

Wenn man also kilmeterlange Stoffbahnen mit den Umrissen springender, sitzender, knutschender (Schattenknutschen, versteht sich. Verharr nämlich mal minutenlang beim Knutschen, OHNE dich zu bewegen.), seilspringender, kopfstehender, liegender, geschleift werdender Schüler fertig hat, ist es Sommer. Dann werden die Stoffrollen auf dem Schulhof ausgebreitet und die Schüler bekommen statt Stiften dicke Pinsel und schöne, zum Klecksen quasi aufrufende Farbe in die Hände gedrückt und dürfen sich an den Umrissen auslassen. Nie zuvor mag unsere Schule derart viele gegelte Frisuren gesehen haben wie auf den Stoffbahnen, so schrecklich-kombinierte Anziehsachen und erst recht nicht so unproportionale Menschen.

Heute malten wir wieder, auf dem Schulhof, in der Sonne. Nach vierzig Minuten hatten wir einen Sonnenstich. Die Figuren bekamen nur noch graue Ganzkörperanzüge, und wenn man nach minutemlangen Hocken über dem noch größtenteils weißen Bild mal Farbentauschen oder, noch schlimmer, zur Toilette musste, wurde das zur Tortur: Ich taumelte regelrecht, bis ich die Tür erreicht hatte, rannte, von jeglichem räumlichen Sehvermögen verlassen, gegen den Türrahmen, um mich anschließend nichtmal im Spiegel sehen zu können. Alles war dunkel und flimmerte. Als ich den Lichtschalter betätigte, wurde es noch dunkler – das Licht war bereits eingeschaltet gewesen. Verwirrt malte ich anschließend weiter.

Dank uns wird bald die Schule im Guinessbuch der Rekorde stehen als die Schule, die das längste Bild der Welt gemalt hat. Keiner wird jedoch die unzähligen Sonnenstiche erwähnen, die all die Schüler ertragen mussten und noch müssen werden – soviel also zum Unterricht draußen.

Nur etwas älter als seinerzeit Bill Gates

Bill Gates war 16 Jahre alt, als er mit einem Freund die Firma “Traf-O-Data” gründete. Diese war der Grundstein zu jenem Unternehmen, das heute “Microsoft” heißt und seinen Eigentümer zum reichsten Menschen der Welt machte. “Eigentlich wollte ich immer jünger sein als Bill Gates, wenn ich meine erste Firma gründe”, grinst Julian Krick. Das hat er nur knapp nicht geschafft.

Vor einem Jahr kam Julian Krick und seinem Freund Cornelius Balzer die Idee, ihr Können auf den Gebieten Programmierung und Webdesign in bares Geld umzuwandeln: “Das war aber nicht der einzige Grund”, erklärt Cornelius Balzer. “Neben der Aufbesserung des Taschengelds wollten wir auch dazulernen und Erfahrungen sammeln.” Um zudem Dienstleistungen im Bereich Elektrotechnik anbieten zu können, holten die beiden einen weiteren Mann ins Boot: Gemeinsam mit Noél Büchte gründeten die 16-Jährigen die Firma “directec”.

Zu Beginn informierten sie sich gründlich, um einen Businessplan aufzustellen, in dem sie ihre Geschäftsidee beschreiben, das Marktumfeld ihres Unternehmens analysieren und Kosten und Umsätze einschätzen mussten. Ein halbes Jahr dauerte dies.

Der Businessplan von “directec” beinhaltet auch den Unterpunkt “Das Problem mit der Minderjährigkeit”. Hier gehen die Jugendlichen auf eventuelle Vorbehalte ein, die Kunden angesichts ihres Alters und der fehlenden Ausbildung haben könnten.

Diese mangelnde Professionalität, die es höchstens im betriebswirtschaftlichen Bereich gebe, mache man aber durch niedrige Preise wett, so die drei Jungunternehmer selbstbewusst.

Misstrauisch oder ablehnend sei ihnen bislang niemand begegnet. Im Gegenteil: Es liegen bereits erste Aufträge vor. “Viele Leute wundern sich, dass wir dazu überhaupt Lust haben und bereit sind, so viel Zeit zu opfern”, berichtet Noél Büchte.

Nachdem der Businessplan von der Industrie- und Handelskammer geprüft und für gut befunden wurde, warten die drei nun auf einen Termin beim Vormundschaftsgericht, das sie für geschäftsfähig erklären soll.

Ein erstes Projekt ist schon fertig: Der Online-Shop eines einheimischen Künstlers. “Dafür habe ich eine Woche lang bei Cornelius gewohnt”, erzählt Julian Krick. Natürlich komme es auch vor, dass man nicht so motiviert sei. “Der Vorteil daran, dass wir das nicht hauptberuflich machen, ist sicherlich, dass wir uns unsere Arbeitszeiten aussuchen können”, schätzt Julian Krick.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt ihnen allerdings nicht, denn weitere Aufträge warten: Einige Vereinswebsites befinden sich bereits im Aufbau – Aufträge, die ihnen durch Kontakte ihrer Eltern und Bekannten vermittelt wurden.

Und auf die Unterstützung der Eltern ist das Trio gerade in der Anfangsphase angewiesen. Da wird dann auch schon mal ein Auge zugedrückt, wenn die Söhne abends noch spät vor dem Rechner sitzen.

Westfalenpost, 17. Juni 2005
3. Platz “Go! to school”-Schülerjournalistenwettbewerb

“Ich kenne Ihre Lieblingssorte!”

“Ich glaube, ich habe etwas, das Ihnen gefallen wird.” Ich langte unter die Theke und holte ein silbernes Päckchen hervor, das etwas größer war als das, was ich sie hatte stibitzen sehen. Das Päckchen war mit einem weißen, mit gelben Blümchen bestickten Band verschnürt. Sie starrte mich mit offenem Mund an; Panik lag in ihren Augen. Ich schob das Päckchen über die Theke. “Ein Geschenk des Hauses, Joséphine”, sagte ich sanft. “Ist schon in Ordnung. Es ist Ihre Lieblingssorte.”

Joanne Harris, “Chocolat”

hurra!

Der Tag ist gut, weil…

  1. Michael mit dem Rauchen aufhört!
  2. Anna mir diesen Gutschein geschenkt hat, für ein selbstgebackenes Schokocroissant. Da läuft einem das Wasser doch schon beim Lesen im Mund zusammen.
  3. Endlich mal ganz viel Lachen zurückkam.
  4. Der Sommer aufgewacht ist.
  5. Helena genauso glücklich über unsere Freundschaft ist wie ich und sie mir das in einem schönen, hübschen Brief geschrieben hat.
  6. Jungs auf Riesen stehen und Mädchen auf Schokobons.
  7. Ruben ein tolles Kissen ist.
  8. Mein mp3player so kaputt ist, dass ich einen neuen bekommen habe. Kulanzmäßig. Sogar mit Kopfhörern, und davon kann man eh nie genug haben.
  9. Opa da war.
  10. Conni mir was FURCHTBAR TOLLES geschenkt hat. Etwas, auf das ich nienie gekommen wäre. Klickt mal! Klickt mal HIER: www.hurra-blog.de! De! Vergesst Tokelau, vergesst lästige Banner (die man übrigens nicht abschalten konnte, weil ich mehr als 1000 Visits habe im Monat…), vergesst die Indieadresse. hurra-blog.de. Wir sind auf der guten Seite. (Mannohmann, Conni. Das kann ich gar nicht mehr übertrumpfen im November. Dankesehr.)
  11. last but not least: Der Rechner wieder Mikros zulässt. Das heißt: Radio. Und zwar: Montag. Ab 19.30 Uhr. Proteste: Na, macht doch. Los!