Veni, vidi, vici

Heute Nachmittag hatte ich ein Date, mit Pascal. Pascal ist Schalke-Fan, ein Freund meiner kleinen Schwester und schlecht in Latein. Die letzte Arbeit war mangelhaft. Deshalb braucht er Nachhilfe – und die will er von mir. Warum, weiß ich nicht, vielleicht, weil er mich ein bisschen kennt. Er kennt mich aber nicht so gut, als dass er wüsste, dass ich einen lateinischen Satz nicht mit System, sonder mit Gefühl übersetze und dass ich meist überhaupt keine Geduld habe, wenn es darum geht, irgendwem etwas zu erklären. Letzteres habe ich ihm auch gesagt, trotzdem ließ er sich nicht von der Idee abbringen. Nun gut, habe ich gesagt, dann komm halt mal vorbei. Montag. Um drei. Und Pascal kam. Er kam, sah und siegte, könnte man sagen. Ihn Vokabeln abzufragen macht Spaß, und wenn man sich anschließend mit seinen Fragen auseinandersetzt, geht einem die eigene Frage, wie man bloß eine ganze Stunde mit dem Lernen von Latein verbringen kann, schnell wieder aus dem Kopf. Peinlich wird es nach einer guten halben Stunde bei einem schier unlösbaren Satz. Ausnahmsweise werde mal ich rot und nicht er, aber das ist schnell verziehen. Er wolle ja nur eine Vier schaffen, keine Eins, beteuert Pascal. Vier schaffen wir locker. Und wenn er in drei Wochen die nächste Arbeit schon besser als Vier schreibt, bekommt er eine Tafel Schokolade. „Na, das ist ja mal eine Nachhilfe!“, sagt er und grinst und freut sich drauf, weil, vielleicht schafft er das ja wirklich.

2 Kommentare

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  1. roman sagt:

    so eine nachhilfe würde mich auch mal anspornen. eine schockolade. dann würde ich in franze auch ne 2 schreiben (:

  2. Eva sagt:

    Da muss ich dich leider enttäuschen :D Von Französisch verstehe ich nämlich überhaupt nichts.

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